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Nach dem Fall der Mauer kam es 1991 durch den Kontakt der Landkreise Kyritz und Westerstede zu einer Partnerschaft zwischen beiden Gymnasien. Zum 20. Jahrestag der Wiedereröffnung des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums wurden nun Anfang September die Grüße unserer Schule überbracht. Der langjährige und jetzt ehemalige Schulleiter Herr Junke nahm mit Freude die Jubiläumsschrift unserer Schule entgegen, in der auch über die Anfänge und die spätere Zusammenarbeit bei „Nachbarn in Europa“-Projekten berichtet wird.
Während der Festwoche nahmen die Schüler an Projekten teil und veranstalteten den 9. „Lauf für Frieden und Toleranz“: 492 Teilnehmer schafften 3396 Runden auf der schuleigenen Sportanlage. Bei der Festveranstaltung beeindruckten der Chor, Instrumentalisten und besonders die Trommlergruppe unter der Leitung ihrer dynamischen Musiklehrerin. Der Wahlspruch der Kyritzer, „Schule verbindet – ein Leben lang“, wurde bei den Veranstaltungen eindrucksvoll demonstriert.
Kyritz an der Knatter?
In Brandenburg, etwa 100 km nordöstlich von Berlin, liegt Kyritz, aber nicht „an der Knatter“, wie ein alter Spruch glauben machen will, sondern an der Jäglitz. Dass dieser Sachverhalt bei uns bekannt wurde, ist auch ein Verdienst von Uwe Riegel: Er machte Anfang der 90er Jahre mit Schülergruppen aus Westerstede und Kyritz vergleichende Wasseruntersuchungen in der Süderbäke und eben der Jäglitz. Daraus entwickelten sich internationale Projekte, die unter dem Namen „Nachbarn in Europa“ jährlich Schülergruppen aus 7 europäischen Ländern zusammenführten. Kyritzer Kollegen waren von Anfang an dabei und beteiligen sich auch jetzt wieder an der Planung eines neuen Projektes in Lettland. Es könnte das 16. Projekt werden, wenn engagierte Schüler und Lehrer dafür begeistert werden können.
Mit seinen Grußworten bei der Festveranstaltung zum Jubiläum gelang es Uwe Riegel, in einigen anekdotischen Schilderungen Erinnerung zu wecken. Von allen Rednern, die auf die Anfänge vor 20 Jahren eingingen, wurde die Zusammenarbeit mit Westerstede lobend erwähnt. Mit dem Vertreter des Schulträgers, Landrat Ralf Reinhardt, sprach ein (erfolgreicher und tüchtiger) Schüler des ersten Abiturjahrgangs des Kyritzer Gymnasiums. Ihm war beispielsweise noch in Erinnerung, dass sie ihre Kurswahlen auf Bögen machten, die aus Westerstede kamen. Herr StD Hans Eden, unser damaliger stellvertretender Schulleiter und erprobter Stundenplanmacher, hatte sie in seiner Rolle als „Entwicklungshelfer“ für das in Kyritz bislang unbekannte Kurssystem mitgebracht. In einer kleinen Ausstellung wurde jetzt mit Bildern und erläuternden Texten an die Zusammenarbeit zwischen beiden Gymnasien in zwei Jahrzehnten erinnert.
Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium
Das Kyritzer Gymnasium ist in einem knapp 150 Jahre alten und inzwischen ausgezeichnet restaurierten Backsteingebäude untergebracht. Die vollständig renovierten Innenräume sind vorbildlich mit Medien ausgestattet, eine große Sporthalle und Außenanlagen stehen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Der Ort hat knapp 10.00 Einwohner. Viele Schüler sind, ähnlich wie bei uns, Fahrschüler. Eine Umkehrung hat es bei den Schülerzahlen gegeben: War in den Anfangsjahren die Schule in Kyritz größer als das Westersteder Gymnasium, ist jetzt die Schülerzahl bei uns dreimal größer. Wie bei uns wurde in diesem Jahr der letzte Jahrgang nach 13 Jahren mit dem Abitur verabschiedet. Jetzt wird auch in Kyritz der Abschluss wieder nach 12 Jahren gemacht, wie zu DDR-Zeiten.
Die Arbeitsbedingungen in den Schulen haben sich gewandelt, eine Wiederbelebung der Zusammenarbeit zum Beispiel im europäischen Rahmen könnte aber durch eine engagierte Anstrengung von Lehrern und Schülern erreicht werden. Dies wäre eine lohnende Zielsetzung, denn „Schule verbindet – ein Leben lang“, das wissen nicht nur die Kyritzer.
Die Festwoche zum 20. Jahrestag
Die Festwoche der Kyritzer begann am Dienstag mit einer Veranstaltung im Kulturhaus ganz in der Nähe des eindrucksvollen Schulgebäudes. Die musikalische Umrahmung bot eine junge, dynamische Musiklehrerin mit ihrem Chor, Instrumentalisten und ihrer Trommlergruppe. Im Kollegium der Kyritzer, es sind zurzeit weniger als 40, gibt es noch einige, die diese Zeit miterlebt haben. (Bei uns im Gymnasium sind es nur noch sehr wenige.)
Auf einigen Stellwänden in der Schule erhielten wir die Gelegenheit, Plakate von unserer Zusammenarbeit bei Projekten vorzustellen. Die Urkunde und die Bildzusammenstellung zur Zusammenarbeit unserer Schulen werden jetzt einen Platz im Lehrerzimmer finden, wo übrigens immer noch die Bilder von unserem Kollegiumsbesuch vor nun fast zwanzig Jahren hängen. Besondere Freude konnten wir beim ehemaligen Schulleiter und beim Landrat wecken, als wir ihnen je ein Exemplar unserer Schulchronik überreichten. Nicht nur an die „Westersteder“ Kurswahlen, sondern auch viele andere Erlebnisse erinnerten wir uns gemeinsam: Herr Riegel und ich haben uns vorgenommen, Herrn Eden von diesen und anderen Gesprächen aus Kyritz gelegentlich zu berichten.
Im Kreise der „Europäer“ haben wir abends noch gemütlich beisammen gesessen. Diese Kontakte sind inzwischen ja der einzige noch aktive Teil in der Zusammenarbeit beider Schulen. Am Mittwochvormittag wurde in diesem Sinne richtig gearbeitet und mit dem Schulleiter aus Valdemarpils (Litauen) ein neues Europaprojekt konzipiert. Für das Gymnasium Westerstede könnte sich dabei die Chance ergeben, unter Anleitung von Uwe Riegel neue Kollegen für diese Europaschul-Arbeit anzulernen und zu begeistern. Näheres wird er Ihnen dazu vorlegen.
Auch von den Schülerprojekten, die während dieser Woche angeboten wurden, konnten wir uns einen Eindruck verschaffen. Zum Abschluss fand ein Festball statt – auf den haben wir allerdings verzichtet. (Herr Riegel war bereits wieder für „Jugend forscht“ unterwegs...)
Für Interessierte:
http://www.kyritz.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=25854
www.gymnasium-kyritz.de
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