Politik

Fachgruppenleitung 

Jan Kleen

Kerncurricula

Klasse 8-10:   
Kerncurriculum Oberstufe:   

Schulinternes

Arbeitsplan:  (in Arbeit) 

Lernmittel 

zugelassene Lernmittel (5-12):   

Lehrerinnen und Lehrer 

Alder, Martin (Po/Mu)
Brauers, Dr. Christof (Po/Ge)
Frühauf, Guido (Po/De/WuN/DS)
Janssen, Volker (Po/De)
Kleen, Jan (Po/De)
Krikkis, Sven (Po/Ku)
Lange, Niels (Po/De)
Möller, Rico (Po/Ge)
Rensinghoff, Ines (Po/Ku)

Der Bildungsbeitrag des Faches Politik-Wirtschaft

Die Komplexität moderner Gesellschaften, die sich aus den strukturellen Zusammenhängen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ergibt, erschließt sich den Bürgerinnen und Bürgern nicht allein aus eigenen Alltagserfahrungen. Die zentrale Aufgabe des Unterrichtsfaches PolitikWirtschaft ist es, die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Sachverhalte, Probleme und Interdependenzen zu erfassen, zu beurteilen sowie Interessen zu artikulieren und Entscheidungen zu treffen. Die im Bereich der politischen und ökonomischen Bildung erwarteten Kompetenzen sollen die Lernenden dazu befähigen, sich in der demokratischen Gesellschaft in öffentlichen Angelegenheiten und ökonomischen Situationen verantwortungsbewusst einzubringen. Das Leitbild des Faches Politik-Wirtschaft ist der politisch und ökonomisch mündige Bürger. Aus der Sicht des Einzelnen bedeutet politische und ökonomische Mündigkeit die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Handeln in sozialer Verantwortung. Mündigkeit impliziert damit die Wahrnehmung von Verantwortung sowohl gegenüber sich selbst als auch gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt. Die so verstandene Mündigkeit ist eine Bedingung für erfolgreiche Partizipation, welche die Teilhabe an demokratischen und marktwirtschaftlich geprägten Prozessen als kritischer Bürger, mündiger Verbraucher und Erwerbstätiger einschließt. Insofern kommt dem Fach Politik-Wirtschaft eine zentrale Rolle in der Verbraucherbildung zu. Der entscheidungs- und interventionsfähige mündige Bürger ist eine unerlässliche Zielperspektive schulischer Bildung für die Erhaltung und Weiterentwicklung der demokratischen Kultur, des demokratischen politischen Systems und einer auf freiheitlichen und sozialen Prinzipien beruhenden Wirtschaftsordnung.

Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium – Sekundarstufe I für das Fach Politik-Wirtschaft (2015), S. 5

Politik-Wirtschaft am Gymnasium Westerstede

Das Unterrichtsfach Politik-Wirtschaft folgt dem im Niedersächsischen Schulgesetzes formulierten Bildungsauftrag, indem es die Lernenden dazu befähigt, „die Grundrechte für sich und jeden anderen wirksam werden zu lassen“, „ökonomische Zusammenhänge zu erfassen“, „sich im Berufsleben zu behaupten“, „das soziale Leben verantwortlich mitzugestalten“ und „zur demokratischen Gestaltung der Gesellschaft beizutragen“.

vgl. aktuelles Niedersächsisches Schulgesetz NschG §2

Sekundarstufe I

Das Fach Politik-Wirtschaft vermittelt nach dem Prinzip vom Nahen zum Fernen – immer mit dem Anspruch verbunden, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler einzubeziehen. Das beginnt im achten Jahrgang mit dem Kennenlernen politischer Entscheidungsprozesse in der Gemeinde, deren Aufbau sowie der Teilhabemöglichkeiten Jugendlicher daran. Weiterhin wird die Rolle der Jugendlichen als Konsumenten und ihre Stellung in der Rechtsordnung thematisiert. Jahrgang neun liefert Kenntnisse über die politischen Organe und den Gang der Gesetzgebung auf Bundesebene sowie grundlegendes Wissen über die Organisation von Unternehmen und die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt. Im neunten Jahrgang erfolgt zudem die Einführung in die Verfassungsprinzipien anhand des Grundgesetzes. Als Europaschule vermittelt das Gymnasium Westerstede im zehnten Jahrgang, in Vorbereitung auf den Austausch mit Partnerschulen, wesentliche Aspekte zur Genese der Europäischen Union, zur Organisation des Binnenmarktes, zur politischen Teilhabe und zu möglichen Entwicklungen des europäischen Staatenverbundes. Nach einer Einführung in die Soziale Marktwirtschaft am Ende der zehnten Klasse reflektieren die Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 11 Chancen und Risiken der Globalisierung, insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Thematisch bilden die Vereinten Nationen den Abschluss des Unterrichts im Klassenverband des elften Jahrgangs, der formal, als Einführungsphase, bereits zur Oberstufe gehört.

Berufliche Orientierung

Im elften Schuljahrgang wird das Fach Berufliche Orientierung (BO) mit einer eigenen Wochenstunde eingeführt, die maßgeblich der Vor- und Nachbereitung des Oberstufenpraktikums dient. Die berufliche Orientierung soll allerdings als gesamtschulische Aufgabe verstanden und nicht allein dem Fach Politik-Wirtschaft zugeordnet werden. In jedem Schuljahr finden entsprechende Aktivitäten in allen Jahrgängen statt, die dem gesonderten BO-Schema zu entnehmen sind.

Sekundarstufe II – Qualifikationsphase

In der gymnasialen Oberstufe (Qualifikationsphase 12/13) wird die im Sekundarbereich I begonnene Kompetenzentwicklung im Sinne eines Spiralcurriculums fortgeführt und intensiviert. Dies bedeutet, dass der auf vertiefte Allgemeinbildung, Entwicklung der allgemeinen Studierfähigkeit und Wissenschaftspropädeutik angelegte Unterricht nun die von den Schülerinnen und Schülern zuvor in den Bereichen Sachkompetenz, Methodenkompetenz und Urteilskompetenz erworbenen Kompetenzen ergänzt, erweitert und vertieft und sie befähigt, die Anforderungen des Zentralabiturs erfolgreich zu bewältigen.

Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium – Sekundarstufe II für das Fach Politik-Wirtschaft (2015), S. 6

Kurse und Themen in der Qualifikationsphase

Weitere Aktivitäten der Fachgruppe

Die Fachgruppe Politik-Wirtschaft öffnet durch vielfältige Aktionen den Unterrichtsrahmen. Im Kontext von Wahlen findet z.B. die Juniorwahl in Kooperation mit der Schülervertretung statt und liefert ein schulinternes Wahlergebnis. Die Befragung von Expertinnen und Experten im Unterricht oder an außerschulischen Lernorten öffnet neue Perspektiven. Das InfoBoard Politik liefert – in Form kurzer Pro-Contra-Texte - neue Diskussionsthemen zum Zeitgeschehen.

Erkundungen und Befragungen, z.B. im Rathaus der Stadt Westerstede oder in der Fußgängerzone beleben politische Institutionen und Inhalte. Der optionale Besuch einer Verhandlung im Amtsgericht Westerstede kann Die Bibliothek B³ stellt ein breites Spektrum aktueller Lehr- und Sachbücher mit politischen, ökonomischen und soziologischen Schwerpunkten zur Verfügung. Politische Wochenzeitungen, Magazine und Zeitschriften sind allen Schülerinnen und Schülern zugänglich.

Politische Wettbewerbe und Simulationsspiele erfahren in unterschiedlichen Jahrgangsstufen nach Auswahl der Lehrkräfte Berücksichtigung.

In der großen Aula finden in Abständen zu entsprechenden Sachthemen wiederholt Podiumsdiskussionen statt. Die Vorbereitung und die Moderation durch Schülerinnen und Schüler wird eng durch die Fachgruppe begleitet.

Grundsätze des Unterrichts

Der Unterricht im Fach Politik-Wirtschaft am Gymnasium Westerstede erfüllt grundsätzlich die Anforderungen des Beutelsbacher Konsenses und der aktuellen Didaktik:

  • Überwältigungsverbot
  • Kontroversitätsgebot
  • Wissenschaftsorientierung
  • Schülerorientierung
  • Problemorientierung
  • Mehrdimensionalität
  • ethische Reflexion
  • kumulativer Aufbau

Methoden

Als Methodenkompetenz wird die Fähigkeit zur zielgerichteten Nutzung fachspezifischer Instrumente verstanden, welche zum zunehmend selbstständigen Erlangen neuer Erkenntnisse beiträgt. Fachspezifische Methoden und Arbeitstechniken werden an Inhalten erworben und eingesetzt. Politische und ökonomische Phänomene werden mithilfe fachspezifischer Methoden analysiert (z. B. Politikzyklus, Kreislaufmodell). Fachspezifische Arbeitstechniken werden zur methodischen Erschließung genutzt (z. B. von Statistiken, Karikaturen). Die Fachsprache wird kontextgebunden verwendet. Die Methodenkompetenz beinhaltet auch eine zunehmende Reflexionsfähigkeit hinsichtlich der Potenziale und Grenzen von fachspezifischen Methoden.

Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium – Sekundarstufe I für das Fach Politik-Wirtschaft (2015), S.13

Das Fach Politik-Wirtschaft bedient gezielt verankerte Bausteine im Methodenkonzept des Gymnasium Westerstede und legt großen Wert auf den Umgang mit Sachtexten. Techniken der Texterschließung und argumentative Formen der Textproduktion sind Handwerkszeug in jedem Jahrgang.

Medien

Das Leitziel des mündigen Bürgers macht die Förderung von Medienkompetenz bei den Lernenden unabdingbar. Politik und Wirtschaft werden heute überwiegend medial vermittelt und erfordern einen reflektierten Umgang mit Medien als Voraussetzung für eine selbstbestimmte Partizipation am demokratischen Willensbildungsprozess und am Wirtschaftsgeschehen. Die Beschäftigung mit Medien, ihrer gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Bedingtheit, ihrer Organisation und Struktur, ihrer Informations-, Meinungsbildungs- und Kontrollfunktion sowie ihren Möglichkeiten zur Manipulation und Inszenierung sind konstitutive Bestandteile des Unterrichtsfaches Politik-Wirtschaft. Gleichzeitig werden Medien im Fachunterricht genutzt, um die individuelle und aktive Wissensaneignung und selbstverantwortliches, kooperatives und kreatives Lernen zu fördern. Sie sind ein wichtiges Element zur Erlangung fächerübergreifender Methodenkompetenz und dienen Schülerinnen und Schülern dazu, sich Informationen zu beschaffen, sie zu interpretieren sowie kritisch zu bewerten.

Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für das Gymnasium – Sekundarstufe I für das Fach Politik-Wirtschaft (2015), S. 6

In den Jahrgängen 9 und 11 kooperiert die Fachgruppe Politik-Wirtschaft zusätzlich mit den Fächern Deutsch und Informatik. Eine Einführung und eine wiederholende Vertiefung der digitalen Textverarbeitung dienen dem Bewerbungsverfahren für die Praktika und der anschließenden Dokumentation durch Bericht oder schriftliche Ausarbeitung.

Lehrwerke

Die Berlinfahrten des Gymnasiums Westerstede

Seit vielen Jahren steht Berlin im Fahrtenprogramm unserer Schule – wahlweise im Rahmen eines Politikkurses, eines Seminarfaches oder als möglichst gleichwertiger Ersatz für eine Austauschfahrt im zehnten Jahrgang. Die ehemals geteilte Stadt liefert sowohl mit ihrer Historie als auch mit ihren aktuellen Institutionen spannende Anknüpfungspunkte für den Unterricht in der Oberstufe.

Abseits der touristischen Highlights bietet die Hauptstadt viele inhaltliche Optionen für außerschulische Lernorte. Bewährt haben sich dabei Führungen durch das ehemalige Untersuchungsgefängnis der Stasi in Hohenschönhausen, ein Besuch des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park, die 2018 neu gestaltete Gedenkstätte zum Deutschen Widerstand im Bendlerblock, eine kurze Reflexion an der Gedenkstele für Peter Fechter im Trubel der Zimmerstraße, das Mahnmal für die ermordeten Juden in Europa, die Mauergedenkstätte in der Bernauer Straße, der Tränenpalast in der Friedrichstraße, der Bundesrat in der Leipziger Straße, die Topographie des Terrors, das Haus der Wannsee-Konferenz und die Ausstellung über die Wege in den Nationalsozialismus im Bunker am Anhalter Bahnhof.

Ein Besuch im Bundestag stellt den Mittelpunkt vieler Fahrten dar. Im Gespräch mit Abgeordneten bieten sich Schülerinnen und Schülern spannende Gelegenheiten für direkte Fragen und neue Einblicke in die Herzkammer der Demokratie. In Sitzungswochen verfolgen die Schülerinnen und Schüler Plenardebatten von der Besuchertribüne. Abschließend blicken die Kurse aus der Glaskuppel des Reichstagsgebäudes in den Plenarsaal und über Berlin.

Berlin bildet einen rasanten, pulsierenden Gegenpol zum Ammerland und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern ein breites Spektrum an politischhistorischen Eindrücken.

Leistungsbewertung

Die Zeugnisnote setzt sich aus schriftlichen Leistungen und der sonstigen Mitarbeit im Unterricht zusammen. In die Mitarbeitsnote fließen unterschiedliche Leistungsbereiche ein: die mündliche Mitarbeit, Fachspezifische Lernkontrollen, Mitarbeit in Gruppenoder Partnerarbeiten, Referate und sonstiges Engagement (Interviews etc.) Qualität und Quantität der Leistungen sind getrennt zu berücksichtigen und den Schülerinnen und Schülern an zwei Terminen pro Halbjahr zu erläutern.