Fahrt nach Kalkriese am 26. September 2018




Als wir, die Lateiner der 7. Klassen, uns morgens am 26.9. um 8:00 Uhr mit dem Bus auf den Weg nach Kalkriese nahe Osnabrück machten, waren wir alle sehr gespannt und neugierig. Im Museum zur Varusschlacht angekommen, wurde der Lateinzusammenschluss der 7e und 7f von Frau Morisse den gesamten Vormittag von Frau Christina Goth durch das Gelände geleitet, die 7a, 7b und 7d von Frau Labohm von Frau Bianca Grauert. Beide Gästeführerinnen leisteten hervorragende Arbeit und erklärten sehr gut und viel. Wir besprachen z.B. Formationen und Angriffstaktiken und stellten diese auch nach. Justus verkleidete sich als Germane, David als Römer und Rika als Römerin, außerdem sprachen wir über Ernährung und Hygiene sowie über die Häuser der Römer und der Germanen. Die Gästeführerinnen erzählten uns, dass der Ausgrabungsleiter angesichts der zahlreichen neuen Funde entschieden hat, die Ausgrabungen vorerst zu stoppen, um die vielen Funde erst zu untersuchen. Außerdem soll 2021 erneut eine Sonderausstellung der Funde aufgebaut werden.

Varus, ein römischer Statthalter, der sechs der 28 römischen Legionen befehligte, hatte von Kaiser Augustus den Befehl erhalten, das Imperium auf der anderen Seite des Rheins zu erweitern. Er nahm also drei Legionen und viele Zivilisten (d.h. Handwerker, Kinder, Frauen usw.) mit und marschierte mit diesen 15.000 bis 20.000 Personen los. Auch ein gewisser Arminius, der Sohn eines germanischen Fürsten, war dabei. Er war von den Römern mit nach Rom genommen worden, um die Bindung zu dem germanischen Stamm der Cherusker zu erhalten und ihn notfalls als Druckmittel gegen die Germanen einsetzen zu können. Arminius hatte das Kommando über die Hilfstruppe und sicherte durch sein Vorreiten das jeweilige Gebiet. Als Varus viele germanische Dörfer eingenommen und zerstört hatte, machte er sich mit seinen Soldaten auf in ein Winterlager. Arminius hatte inzwischen, so sagt es eine der vielen Legenden, mit seinen ehemaligen germanischen Landsleuten Mitleid bekommen, er schmiedete daher mit anderen germanischen Stämmen einen Plan gegen Varus, was als ein Wunder galt, da auch diese Stämme untereinander verfeindet waren. Arminius ritt also vor und ließ Varus eine Nachricht zukommen, in der er mitteilte, dass er einen germanischen Aufstand bekämpfe und dringend Hilfe brauche. Varus vertraute seinem Freund, er hatte ja auch eigentlich nichts zu befürchten mit seinen drei Legionen. Er machte also auf dem Weg zum Winterlager einen Umweg, um Arminius zur Hilfe zu eilen. Dabei führte der Weg ihn und sein Gefolge aber in sehr sumpfiges und unübersichtliches Gelände, wo die vereinten Germanen die vielen Römer von hinten und von den Flanken aus angriffen. Die drei Legionen wurden innerhalb von drei bis vier Tagen zerstört. Varus stürzte sich in sein Schwert, um nicht von den Germanen gefangen genommen zu werden und einen qualvolleren Tod zu sterben. Dies taten wahrscheinlich auch andere höhere Offiziere. Die Germanen plünderten danach bei den toten Römern, die auf 30 Quadratkilometern verstreut lagen. Die Reste dieser Ereignisse sind heute teilweise im Museum zu sehen, aber auch noch unter der Erde zu finden.

Für die Römer war die Niederlage eine solche Schmach, dass innerhalb der römischen Legionen die vernichtete 17., 18. und 19. Legion nicht mehr neu besetzt wurde. Stattdessen wurden eine 29., 30. und 31. Legion hinten angehängt. Kaiser Augustus soll seinen Kopf gegen die Wand geschlagen und gerufen haben: „Redde, Vare, mihi legiones!“ („Varus, gib mir meine Legionen zurück!“). Erwähnenswert ist zudem, dass die „Varusschlacht“ nach ihrem Verlierer Varus und nicht nach dem Gewinner Arminius benannt wurde. Arminius hat im Deutschen den Namen Hermann. Er wurde zwischen 19-21 n. Chr. ermordet, der Grund dafür ist nicht bekannt.

Heute hat man von einem Aussichtsturm auf dem Museumsgelände einen wundervollen Ausblick über das gesamte Areal. Der Ausflug nach Kalkriese war ein unvergessliches Erlebnis, denn dort findet man immer noch Geheimnisse, die es zu lösen gilt.