Aus dem Schulleben

Das Projekt „Europa in Zeiten des Populismus: Brauchen wir eine neue Idee von Europa?“

Michael Timpe
Montag, 15. Juli 2019

In Ihrer vieldiskutierten Streitschrift „Warum Europa eine Republik werden muss!“ stellt die deutsche Politikwissenschaftlerin und Publizistin Ulrike Guérot, Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems, die provokante These auf, dass die „EU-Krise [...] Ausdruck einer nicht vorhandenen europäischen Demokratie, einer fehlenden Vision eines demokratischen Europa“ sei, die „EU […] in Deutschland wie in den Nachbarstaaten heute jeden Fluchtpunkt für ein politisches Projekt, für eine sinnstiftende Erzählung des großen Ganzen verloren“ habe, sodass nicht der Populismus die EU bedrohe, „sondern die EU […] den europäischen Populismus“ produziere: „Wo EU-Politik als alternativlos gilt, provoziert sie Systemgegnerschaft.“ Und: „Ein demokratisches Europa ist […] gar nicht im Angebot, sondern immer nur mehr EU und mehr Integration, also mehr von demselben. […] Im allgemeinen europäischen Kauderwelsch ist keine klare Idee von Europa mehr zu erkennen, weil wir sie nicht mehr in Worte fassen können.“

Grund genug für das Referentenprogramm des Wissenschaftsforums Westerstede, sich im Vorfeld der Europawahlen 2019 mit diesen Thesen auseinanderzusetzen und für den 2. Mai 2019 zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Das Projekt Europa in Zeiten des Populismus: Brauchen wir eine neue Idee von Europa?“ einzuladen, an der die Jahrgänge 10 und 11 und weitere Interessierte der Westersteder Öffentlichkeit in der vollbesetzten Aula teilnahmen. Die Stipendiatengruppe des Wissenschaftsforums bereitete diese Veranstaltung mit Hinblick auf die Themenblöcke „Europäische Idee im Zeitalter des Populismus“, „Jugend in Europa“, „Bildung in Europa“ und „Weiterentwicklung Europas“ inhaltlich vor.

Alexa Korczak (Klasse 11f) und Simon Thyen (Klasse 11e), die beide als Stipendiaten des Wissenschaftsforums in Brüssel bzw. in Berlin ihr Praktikum absolviert hatten, moderierten die spannende Diskussionsveranstaltung, an der neben dem EU-Abgeordneten Tiemo Wölken (SPD), den Bundestagsabgeordneten Stephan Albani (CDU) und Dennis Rohde (SPD), dem Landtagsabgeordneten und europapolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Dragos Pancescu, auch der Kandidat bei der Europawahl und Vorsitzende der FDP Varel, Michael Voss, als Podiumsteilnehmer ihre Sicht auf die Themenblöcke „Jugend in Europa“ sowie „Europäische Bildung“ und „Weiterentwicklung Europas/der europäischen Idee“ vorbrachten; Gustav Wehner von Pulse of Europe Oldenburg vertrat dabei die Position der Zivilgesellschaft.

Eingangs erhielten alle Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Vorstellung vom „europäischen Konzept/der europäischen Idee“ vorzustellen, wobei (ganz im Sinne Guérots) zu Beginn natürlich all die Standardbegrifflichkeiten benannt wurden, die in der öffentlichen Diskussion gemeinhin mit dem Begriff „Europa“ verbunden werden: Freiheit, Grenzenlosigkeit, Grund- und Menschenrechte, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Solidarität, Meinungs- und Pressefreiheit, Abkehr vom Nationalismus usw. Allen gemeinsam war dabei die grundsätzliche Kritik an populistischen Bestrebungen, wobei im Kern allerdings nicht wirklich ausgeschärft wurde, worin die Ursachen des Populismus liegen oder welche Rolle die EU-Politik möglicherweise selbst dabei spielt, diesen zu befördern.

Einig war man sich dann allerdings unbedingt darin, Jugendliche zu ermuntern, sich weiterhin für die europäische Idee zu begeistern. So forderte Tiemo Wölken verstärkte Europäische Investitionen in die Jugend, für ERASMUS und für die Jugendgarantie, um mit einer starken Jugend Europa vor den Nationalisten zu schützen. Auch Stephan Albani und Dennis Rohde hoben gemeinsam die große Bedeutung von EU-Austauschprogrammen für Jugendliche zur Förderung allgemeiner und beruflicher Bildung hervor, da dadurch wichtige Möglichkeiten und Gelegenheiten geschaffen würden, Wissen und Erfahrungen in Einrichtungen und Organisationen verschiedener Länder weiterzuentwickeln und junge Menschen zur Teilhabe am demokratischen Leben in der EU zu motivieren. Gustav Wehner von Pulse of Europe verwies in diesem Zusammenhang auf das durch die Aktivitäten Greta Thunbergs ausgelöste starke Engagement Jugendlicher im Zusammenhang mit der Klimawandeldiskussion („Fridays for Future“) und wünschte sich ein ebensolches Engagement Jugendlicher für die europäische Idee. Aber schon der Verweis der Moderatoren auf die heftigen Diskussionen um den Art. 13 der EU-Urheberrechtsreform und die damit verbundene Frage nach der künftigen Freiheit des Internets machten deutlich, dass einzelne Podiumsteilnehmer augenscheinlich eine tiefere Distanz zwischen den Vertretern des EU-Europa und Teilen der europäischen Jugend erkennen, deren breite Kritik an der EU-Urheberrechtsreform nicht gehört worden sei. Dass dies zu Frustrationen und im schlimmsten Fall dazu führen könne, dass Jugendliche sich nicht mehr in den Strukturen der EU zu engagieren bereit seien, stellte denn auch der EU-Abgeordnete Tiemo Wölken fest, der im Hinblick auf die Höhe der geplanten Militärforschungsausgaben konstatierte: „Wir brauchen ein Parlament, das mehr an die Jugend glaubt anstatt an Waffen.“ Und gleichwohl, dies stellten alle Podiumsteilnehmer übereinstimmend fest, sei es zwingend erforderlich, die Jugend verstärkt in die europäischen Entscheidungsprozesse einzubeziehen, denn nur so könne es gelingen, den wachsenden Gefahren des Nationalismus und Populismus zu begegnen.

So blieb am Ende dieser von allen Beteiligten äußerst engagiert geführten Podiumsdiskussion ein vielleicht etwas zwiespältiger Eindruck zurück: Glaube – Liebe – Hoffnung. Glaube und Hoffnung gegenüber der europäischen Jugend allein wird die Krise der europäischen Demokratie nicht beseitigen helfen. Die Liebe zur europäischen Idee allein sicherlich auch nicht. Was also bleibt, welche Möglichkeiten ergeben sich da für die Schule heute?

Abgesehen von den aktuellen Diskussionen um die Aktivitäten der Fridays-for-Future-Bewegungen ist eine von vielen Möglichkeiten vielleicht die, mit unmittelbar Verantwortlichen (stärker als bisher geschehen) ins Gespräch zu kommen, mit ihnen zu diskutieren, sie zu befragen, sie zu interviewen – vergleichbar den Aktionen, welche die ZEIT mit ihrer Aktion „Deutschland spricht“ auf einer anderen Ebene zu realisieren versucht.

Schulisch gesehen könnte das bedeuten, viel häufiger als bisher geschehen gesellschaftlich relevante und für Jugendliche interessante und sie direkt betreffende Fragen und Entscheidungen im Mikrokosmos Schule unmittelbar(er) erfahrbar zu machen. Eine Möglichkeit hierzu stellen sicherlich z.B. die beiden Podiumsdiskussionsveranstaltungen von Anfang April und Anfang Mai 2019 dar, die von der Europa-AG und vom Wissenschaftsforum Westerstede initiiert wurden. Darüber hinaus wäre es jedoch z.B. auch denkbar, regelmäßig an Planspielen zur „Europapolitik“ teilzunehmen oder regelmäßige Fahrten nach Brüssel und Straßburg als Zentren europäischer Politik durchzuführen oder in der Schule z.B. am European Youth Parliament teilzunehmen, das Strukturen des Europäischen Parlaments nachbildet und konkret erfahrbar macht. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich darüber hinaus z.B. im Rahmen des Referentenprogramms des Wissenschaftsforums Westerstede, durch das renommierte Vertreter und/oder Kritiker europäischer Politik nach Westerstede geholt werden können, um ihre Sicht europäischer Entwicklungen zu erläutern und sich dabei einer kritischen Diskussion zu stellen. Eine nächste Gelegenheit hierzu wird sich möglicherweise bereits im kommenden Schuljahr ergeben, falls es gelingt, dass Frau Prof. Dr. Ulrike Guérot als eine der derzeit führenden deutschen Politikwissenschaftlerinnen für Europapolitik und Demokratieforschung zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Wissenschaftsforums Westerstede zu uns in die Schule kommt und mit Schülerinnen und Schülern diskutiert. Wir werden sehen!

Erholsame Ferien!

Norbert Brumloop
Donnerstag, 04. Juli 2019

Nach unserem gelungenen Schuljahresausklang mit dem wunderschönen Sommerfest und den Ehrungen am letzten Schultag wünschen wir nun allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule sonnige und erholsame Sommerferien!

Sommerfest 2019

SV
Samstag, 29. Juni 2019




Pathways in Europe: Europäisches Forschungspraktikum

M. Timpe
Montag, 24. Juni 2019

5.-8. Juni 2019: Konferenz der deutsch-polnischen Schulleitungen im LO XIII. Liceum Wrocław und in der Universität Wrocław

Die Berufswahlprozesse heutiger Abiturientinnen und Abiturienten werden aktuell beeinflusst u.a. durch sich verstärkende Globalisierungsprozesse, Auswirkungen von Finanzkrisen, einer zunehmenden Ausdifferenzierung und Spezifizierung der Berufsstrukturen sowie vielfältigen Veränderungen des nationalen, europäischen, globalen Arbeitsmarktes. Folgen dieser Prozesse sind u.a. zunehmend diskontinuierliche Erwerbsbiographien, flexibler werdende Lebensläufe, z.T. massive Veränderungen privater Lebensverhältnisse. Insgesamt kann davon gesprochen werden, dass die Anzahl theoretisch wählbarer beruflicher Optionen für angehende Abiturientinnen und Abiturienten zunehmend unübersichtlicher, Orientierungswissen für eine begründete Studien- und Berufswahl also zunehmend wichtiger wird. Und dies angesichts der Tatsache, dass künftige Absolventinnen und Absolventen des Gymnasiums sich künftig nicht nur für den nationalen, sondern zunehmend auch für den europäischen/internationalen Arbeitsmarkt qualifizieren müssen und sich hier bewerben werden.

Was lag daher näher, als über diese und weitere Aspekte der Zusammenarbeit im Rahmen der deutsch-polnischen Schulleitungskonferenz zu sprechen, die in der Zeit vom 5.-8. Juni 2019 in unserer polnischen Partnerschule, dem XIII. Liceum Wrocław, und in der Fakultät für Umweltwissenschaften in der Universität Wrocław stattfand. In Anwesenheit von Frau Magdalena Lazopoulos vom Schulamt der Stadt Wrocław, Frau Justyna Madejska vom Schulamt des Kuratoriums der Stadt Wrocław, Frau Mateusiak vom Kulturreferat des Deutschen Generalkonsulates in Breslau und Herrn Maciej Gruszczynksi vom Institut für Ökologie und Naturwissenschaften wurde zunächst das Vorhaben und der Ansatz des Wissenschaftsforums Westerstede vorgestellt, wobei insbesondere das Modul „Pathways in Europe“ als Möglichkeit präsentiert und diskutiert wurde, durch grenzüberschreitende sog. Konsortialpartnerschaften im jeweiligen Nachbarland ein „Europäisches Forschungspraktikum“ an wissenschaftlichen sowie kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Instituten und Institutionen durchführen zu können. Wichtig soll dabei das Prinzip der Gegenseitigkeit sein, durch das z.B. besonders interessierten polnischen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet werden soll, mit Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks ein Praktikum an einem deutschen Forschungsinstitut durchzuführen; die deutschen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Wissenschaftsforums würden in diesem Fall ihrerseits die Möglichkeit erhalten, an einem polnischen Institut ihr Praktikum durchzuführen.

Wichtige Informationen und wertvolle Anregungen zur schrittweisen Realisierung dieses angestrebten Vorhabens lieferte dabei der Besuch der Fakultät für Umweltwissenschaften der Universität Wrocław (Fachbereich Naturwissenschaften), der uns durch den Direktor des Instituts für Umweltingenieurwesen, Herrn Prof. Dr. Mirosław Wiatkowski, und durch Herrn Prof. Dr. Tomasz Tyminski als stellvertretendem Dekan der Universität ermöglicht wurde. Herr Maciej Grusczynski als Vertreter des Instituts für Ökologie und Naturwissenschaften informierte die deutsch-polnische Delegation über die einzelnen Forschungsbereiche (u.a. Umwelttechnologien und Wassermanagement, Gebrauch von Wasserressourcen, Auswirkungen landwirtschaftlicher Aktivitäten auf Umwelt und Wasserqualität; Wasseranalysen; Wassergebrauch und -verschwendung und der Einfluss auf die Umwelt; Wasserlabor, Hydrobox 2.0 usw.) und brachte sie mit den einzelnen Forschungsleitern der Fakultät ins Gespräch. Besonders aufschlussreich waren die Informationen über das bestehende Kooperationsprojekt zwischen der Universität und unserer polnischen Partnerschule, bei welchem im Rahmen des regulären naturwissenschaftlichen Unterrichts bereits ganze Lerngruppen regelmäßig in naturwissenschaftlichen Forschungslaboren mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität zusammenarbeiten. Sowohl die deutsche als auch die polnische Schulleitung betonten gemeinsam mit den verantwortlichen Vertretern der Universität Wrocław ihr großes Interesse an der Realisierung des Angebotsmoduls „Pathways in Europe“ im Rahmen des Wissenschaftsforums Westerstede.

Es wurde vereinbart, im kommenden Schuljahr (voraussichtlich Oktober/November 2019) eine Folgekonferenz in Westerstede abzuhalten, an der auch Vertreter entsprechender Institute der Carl-von-Ossietzky-Universität und möglichst des Projekts „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg“ beteiligt sein sollen. Ziel dieser Folgekonferenz wird es dann sein, die Grundlagen und einen Fahrplan zur konkreten Durchführung des Angebots eines „Europäischen Forschungspraktikums“ zu erstellen. Im nächsten Schritt soll dann in Zusammenarbeit mit der litauischen Partnerschule in Silute und der Universität Kaunas ausgelotet werden, ob ähnliche Kooperationsüberlegungen mittelfristig auch hier realisiert werden können.

Vom Ende des Medienmonopols

M. Timpe
Montag, 17. Juni 2019






Die bisherige Bedeutung traditioneller Medien für die Verbreitung von Informationen und für die Meinungsbildung wird spätestens seit dem Aufstieg des Gratisjournalismus im Internet systematisch zurückgedrängt. Glaubwürdigkeit und Deutungshoheit der klassischen Printmedien als Torwächter zur Wahrheit geraten zunehmend ins Wanken, die mediale Welt, wie es sie bisher gegeben hat, ist im Begriff zu verschwinden. – Ob dies tatsächlich der Fall ist und welche Folgen dies haben könnte, war Thema eines öffentlichen Vortrages, der im Rahmen des Referentenprogramms des Westersteder Wissenschaftsforums am 2. März 2019 stattfand.

„Journalismus in der Krise – zwischen Fake News und Facebook“ war der Titel der Veranstaltung, die in der Mensa der Europaschule Gymnasium Westerstede stattfand. Hans-Ulrich Jörges, ehemaliges Mitglied der Chefredaktion und heutiger Kolumnist des Stern, ging dabei vor allem auf das Spannungsverhältnis von Wahrheit und Lüge ein, wie es sich u.a. auch in den klassischen Printmedien wiederfinden lasse. Engagiert und wortkräftig auftretend, verdeutlichte er den ca. 120 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörern u.a. am Beispiel der Affäre um den ehemaligen Spiegel-Reporter Claas Relotius in sehr anschaulicher Form, in welcher Weise auch in den Printmedien vermeintliche „Tatsachen“ manipuliert und zum Gegenstand von „Meinungen“ in Form von „Fake News“ werden können, die wiederum sehr verschiedenen Interessen und Leidenschaften entstammen und dazu beitragen, ein bestimmtes Bild von Wirklichkeit zu erzeugen. Weitere Beispiele waren die Affären um die gefälschten Hitler-Tagebücher sowie die Affäre um den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, die nach Auffassung des Referenten als Fake News kein Ruhmesblatt für die Seriosität und Objektivität der Printmedien darstellten.

Doch auch die sogenannten Social Media wie Facebook, Twitter oder Instagram betrachtete Hans-Ulrich Jörges sehr kritisch, indem er sie als „asoziale Medien“ bewertete, die als gewinnorientierte Privatunternehmen ihre Angebote nur deshalb kostenlos zur Verfügung stellten, weil sie im Gegenzug Daten über ihre Nutzer erhielten und zu ihren Gunsten ausnutzen könnten. Allgemein wurde deutlich, dass sich die Rolle der alten Medien rasant verändert, und dass sie im Begriff sind, ihre Monopolstellung in der Informationsverbreitung und Meinungsbildung unwiederbringlich zu verlieren. Angetreten mit dem Anspruch, die Welt erklärbar und handhabbar zu machen, habe das Aufkommen des Internets zu der Erkenntnis geführt, dass es nicht nur die eine Welt und Wahrheit, sondern unzählige davon gebe, so Jörges. Die Nutzung von Social Media und Onlinemedien verändere die klassische Rolle des Lesers, da dieser als Empfänger der Botschaft nunmehr selbst zum Sender werden könne. Zugleich steige mit dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung der Onlinemedien die Gefahr, dass sich infolge algorithmischer Strukturen der Social Media Filtereffekte der Informationsverarbeitung bildeten („Echolotkammern“), welche die Entstehung von Fake News und Verschwörungstheorien enorm begünstigten und damit einen weiteren Verlust an Glaubwürdigkeit und Autorität bewirken würden. Jörges' Blick auf die Zukunft der Printmedien erwies sich insgesamt als ein pessimistischer: „In gut zwanzig Jahren“, so Jörges, „wird es das Printmedium als traditionelles Medium nicht mehr geben!“

Der 1951 geborene Hans-Ulrich Jörges ist einer der bekanntesten deutschen Journalisten. Von 2007 bis 2017 war er Mitglied der Chefredaktion der Illustrierten „Stern“ und Chefredakteur für Sonderaufgaben des Verlags Gruner + Jahr. Jörges war Initiator der Europäischen Charta für Pressefreiheit und zusammen mit Guido Knopp Begründer des Zeitzeugenprojekts „Gedächtnis der Nation“, das seit 2011 besteht. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er seither bekannt durch seine wöchentliche Kolumne „Zwischenruf“, in der er aktuelle politische Ereignisse kommentiert. Daneben ist er bis heute gern gesehener Gast in zahlreichen Talkshows zu politischen Themen.

Austausch Spanien-Deutschland 2018/2019

Greta Paul (8e)
Mittwoch, 12. Juni 2019






Dies ist der Bericht über den zweiten Teil unseres Austausches zwischen Westerstede und Alagón. Alagón ist eine sehr kleine Stadt in der Region Aragonien im Norden Spaniens.

Unsere Austauschwoche fand vom 16.03. bis zum 23.03.19 statt. Am Samstag, dem 16.03.19 kamen wir um 22:00 Uhr in Zaragoza an. Unsere Begrüßung fand in einer großen Halle statt, wo ein sehr großes Buffet auf uns wartete. Lauter spanische Spezialitäten waren für uns vorbereitet worden und das war gut so, weil wir nach unserer 14-stündigen Anreise sehr hungrig waren. Wir waren alle sehr aufgeregt, weil wir nach der Feier in unsere Familien gehen würden. Da wir unsere Austauschpartnerinnen und -partner kannten, war es aber nicht ganz so fremd für uns.

Am Sonntag war ein Familientag. Einige von uns sahen sich eine Schlucht an oder besuchten eine alte Stadt. Wir hatten viel Zeit, um die Familien kennenzulernen, was uns sehr gut gefallen hat.

Ein Ausflug nach Zaragoza stand für den nächsten Tag an. Zaragoza ist die Hauptstadt von Aragonien und mit circa 650.000 Einwohnern eine sehr große Stadt mit einer langen Geschichte. In einer Rallye lernten wir einige Sehenswürdigkeiten kennen. Danach erstiegen wir den Turm "Torre del Pilar" und genossen bei Sonnenschein einen wunderbaren Blick über die Stadt. Anschließend ließen wir uns "Chocolate con Churros" schmecken. Ein weiterer Besichtigungspunkt war der Stadtpalast "Palacio Aljaferia". Ein alter Palast aus der Maurenzeit, der im Laufe der Jahre viele Veränderungen erfahren hat. In der spanischsprachigen Führung konnten wir sehr viele interessante Details darüber erfahren. Am Nachmittag fuhren wir zum Einkaufszentrum "Puerto Venecia", wo wir uns in einem Kletterpark austoben konnten. Das Einkaufszentrum ist eines der größten in Europa und ja es war wirklich sehr groß…

Den Dienstag verbrachten wir in der Schule unserer Austauschpartnerinnen und -partner. Um 8:30 Uhr gab es einen Empfang in der Schule. In der Bibliothek schauten wir uns ein Video über die Schule an, anschließend wurde gemeinsam gefrühstückt. Danach gab es eine Führung durch die Schule. Später konnten wir in zwei Tanzworkshops die Tänze "Sevillianas" und "Jota" kennenlernen und ausprobieren. Eine Rallye durch Alagón beendete den Tag.

Am Mittwoch besuchten wir das "Castillo de Loarre". Das Castillo ist eine sehr alte, eindrucksvolle und gut erhaltene Burg aus dem 11. Jahrhundert mit einem wunderschönen Blick über Teile der Provinz Huesca. Die spanischsprachige Führung konnten wir schon recht gut verstehen. Anschließend besuchten wir das Planetarium in Huesca. Am nächsten Tag nahmen wir für zwei Stunden am Unterricht teil. Anschließend standen noch ein Frisbee- und Lachworkshop an. Bei dem Lachworkshop hatten wir sehr viel Spaß. Danach gab es für uns noch einen Kunstworkshop bei Maite – die Lehrerinnen und Lehrer in Spanien werden mit dem Vornamen angesprochen. Überhaupt sind die spanischen Schulen ganz anders als unsere, was sehr interessant war: Sie sind z.B. von einem Zaun umgeben, einen Zugang auf das Schulgelände gibt es also nur durch einen Haupteingang. Hier wird kontrolliert, wer die Schule zu spät betritt oder wer sie unerlaubt verlässt.

Den letzten Tag verbrachten wir im Nationalpark des "Monasterio de Piedra". Dort gab es unzählige Wasserfälle, die wir auf einer Wanderung sehen konnten.

Am Samstag um 5:00 Uhr morgens verabschiedeten wir uns wieder recht tränenreich von unseren Austauschpartnerinnen und -partnern. Einige von uns wollen sich bereits in den Sommerferien mit ihnen wiedertreffen!

Fazit: Wir hatten sehr viel Spaß! Wir konnten unsere Freundschaften vertiefen! Es gibt viele Unterschiede, aber auch sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen uns.

Das war unser Spanienaustausch!

Trierfahrt der Lateinschüler des 8. Jahrgangs (2.-5. April 2019)

Jona Specht, 8d
Mittwoch, 05. Juni 2019






Trier. Älteste Stadt Deutschlands (Gründung im Jahre 17 v. Chr., bewiesen anhand der Jahresringe eines Brückenpfeilers, dessen Brücke zur Stadtgründung führte) – neun Mal Weltkulturerbe.

Total langweilig. Denkste, wenn du das so liest. Aber nein: Die Stadt im Süden von Rheinland-Pfalz hat so einiges zu bieten. Nicht nur die Porta Nigra, das „schwarze Tor“, wie sie auf einer Sonderprägung von Zwei-Euro-Münzen zu sehen ist. Sie ist zwar das Wahrzeichen der Stadt, aber bestimmt nicht die einzige Sehenswürdigkeit von „Augusta Treverorum“ (lateinischer Name Triers: ‚Stadt des Augustus im Land der Treverer (Kelten)‘). Denn nicht nur z.B. die Konstantinsbasilika mit ihren um die 20 Metern Deckenhöhe und den 40 Metern Länge hat den 2. Weltkrieg renoviert überstanden, sondern auch Kaiserthermen, zumindest der Rest, der gewaltige Dom, das Amphitheater und eben auch die Porta Nigra. Diese wird übrigens nur deshalb schwarzes Tor genannt, weil die Witterung die eigentlich strahlend weißen Steine anliefen ließ. Von den Römern wurde sie Porta Martis, also Tor des Mars, genannt (Mars – wer kennt ihn nicht, den Kriegsgott und eigentlichen Mann der Aphrodite). Ihre Steine wurden einfach nur aufeinandergesetzt, ohne Mörtel oder ähnliche Substanzen. Nur Metallklemmen außen an den Steinen hielten zusätzlich zusammen. Die Steine sind riesig, nur so nebenbei... Ihr versteht schon, warum die Trierer ihr antikes Stadttor so lieben, es ist das besterhaltene Römertor der Welt... – ja, ich höre ja schon auf.

Aber in Trier gibt's ja nicht nur alte Gebäude, sondern auch Museen (und 'n McDonalds in der Innenstadt auch, keine Sorge). Das Rheinische Landesmuseum zum Beispiel bewacht sorgsam – jetzt kommt's: den ältesten antiken Goldschatz der Welt, bestehend aus 1.500 bestens erhaltenen Goldmünzen. Reiner Goldwert so um die 20.000 Euro. Ja, okay, nicht so viel, oder? Aber klappt euch die Kinnlade herunter, wenn ich jetzt sage, dass EINE Münze das Wert ist? Eine. EINE EINZIGE. Das ist 'ne Hausnummer. Die Münzen wurden übrigens von einem Hobbyarchäologen in Trier gefunden und im Museum anonym abgegeben. Man weiß nicht, wer es war. Wenn die Person 50 Münzen behalten hätte, wäre sie heute Millionär. Vielleicht hat sie ja eine Münze behalten, so als Andenken...

Wollt ihr überhaupt noch weiterlesen? Ich hab' noch ein bisschen was im Ärmel. Das Amphitheater ist auch beeindruckend. Hier konnten genau so viele Leute Platz nehmen wie heute im Fußballstadion des Karlsruher SC (2. Bundesliga, nicht weit weg von Trier), nämlich um die 20.000 Bürger. Mit dem Unterschied, dass man keinen Eintritt bezahlen musste. Und es wurden nicht nur Gladiatorenspiele veranstaltet, obwohl sie natürlich am beliebtesten waren: Es gab Hinrichtungen (teilweise auf brutalste Art und Weise, wie z.B bei lebendigem Leib von wilden Tieren zerfleischt zu werden), Reden an das Volk, religiöse Feste und auch Kämpfe von Gladiatoren gegen Tiere, z.B. Löwen, Elefanten, Bären und so weiter. Außerdem war das Amphitheater zu Römerzeiten Teil der Trierer Stadtmauer und wurde als Eingangstor verwendet.

Und, schon einen netten Vorgeschmack bekommen? Ich will ja auch nicht zu viel verraten. Die Fahrt hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe viel über römische Geschichte gelernt. Jetzt seid ihr am Zug!

Jona, 8d, Schüler auf Reisen mit anderen Jahrgangs-Lateinern

Schülerinnen und Schüler und Ehemalige des Gymnasiums Westerstede rocken am 17.05.19 in der Pausenhalle

D. Schlichting
Montag, 13. Mai 2019






„The Six Leaves“, „Everend“, „Bildungsbürgertum“ und „Maniac“ freuen sich auf alte Bekannte und neue Fans.

Seit vielen Jahren treffen sich am Gymnasium Westerstede musikbegeisterte Jugendliche in der von Frau Schlichting geleiteten Arbeitsgemeinschaft „Rockmusik“. So formierten sich in der Vergangenheit zahlreiche Schülerbands. Drei dieser Gruppen blieben auch nach dem Abitur noch bestehen und proben derzeit regelmäßig auf dem Jaspershof in Westerstede. Am 17.05.2019 kehren sie an ihre alte Wirkungsstätte zurück, um gemeinsam ab 20:00 Uhr in der Pausenhalle ein Konzert zu geben.

Mit von der Partie ist die Gruppe „The Six Leaves“, die zu Schulzeiten (2011-2014) noch „Eskalation“ hieß. Als „Avalanche“ nahm sie 2017 erfolgreich am SPH-Bandcontest teil, dem größten Bandwettbewerb im deutschsprachigen Raum. Seit kurzem treten die sechs Musiker unter dem Namen „The Six Leaves“ auf und präsentieren ihre Songs in einer energiegeladenen Bühnenshow. „Mit unserer EP Dirty Secret im Gepäck haben wir jedenfalls wieder richtig Bock auf ein Heimspiel“, so der Bassist Phillip Schröder.

Außerdem werden die beiden Bands „Bildungsbürgertum“ und „Everend“ erwartet, in denen überwiegend Absolventen des letzten Abiturjahrgangs zusammenspielen. „Everend“ und ihre ausdrucksstarke Sängerin Leandra Widow präsentieren groovigen Gitarrenrock zum Mitsingen und Tanzen. Die Gruppe „Bildungsbürgertum“ hat in den letzten Monaten einige neue Songs mit politischen und gesellschaftskritischen Texten, die aus der Feder des Sängers Hanno Hinrichs stammen, geschrieben und bringt diese erstmals in Westerstede zu Gehör.

Natürlich wird auch der aktuelle musikalische Nachwuchs des Gymnasiums Westerstede nicht fehlen. Man darf auf die vierköpfige, sehr junge Band „Maniac“ gespannt sein, die bei diesem Konzert unter anderem erste eigene Songs präsentieren wird.

Der Eintritt zu dem Konzert ist frei.

Podiumsdiskussion – das politische Theater

C. Hippach / J. Kleen
Montag, 06. Mai 2019






1. April 2019. Am Vormittag liegt den AbiturientInnen im Fach Politik-Wirtschaft eine theoretische Aufgabe zur demokratischen Teilhabe vor, am Nachmittag folgt die praktische Umsetzung in Form einer Podiumsdiskussion zur Europawahl in der vollbesetzten Aula. Im Publikum die Jahrgänge 10, 11 und 12, auf der Bühne diskutieren die AbiturientInnen Merle Möhlmann und David Wellstein mit Jens Nacke (CDU), Tom Schröder (SPD), Jan-Christoph Oetjen (FDP), Steffen Schumann (Die Linke), Viola von Cramon (Die Grünen) und Thorsten Althaus (AfD).

Anhand aktueller Themen wie „Klima und Umwelt“ und „Digitalisierung und Bildung“ sollte der direkte Kontakt zwischen PolitikerInnen und SchülerInnen hergestellt werden. Den ZuschauerInnen bot sich eine interessante und mitreißende Debatte, und die Vielfalt an unterschiedlichen politischen Meinungen sorgte für viele Denkanstöße.

Was zeichnet gute Europäer aus? Mit dieser Einstiegsfrage begann die Diskussion. Interesse, Offenheit, Freiheit, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, aber auch Schutz, Sicherheit und Zukunftsorientierung – all diese Begriffe fielen von allen Seiten, wurden jedoch sehr unterschiedlich gefüllt, wie sich im späteren Verlauf herausstellte. Die Frage nach der Bedeutung des Klimawandels und den Konsequenzen für die europäische Politik erzeugte gleich in der ersten Runde kontroverse Positionen. Marktwirtschaftliche Instrumente (FDP), Sorge um Arbeitsplatzverluste (SPD), globale Kooperation (CDU), europäische Anpassung der Standards (Grüne) und Nachhaltigkeit (Linke) bildeten zentrale Aspekte. Der Vertreter der AfD stellte die anthropogenen Ursachen in Frage und führte die Überbevölkerung als zentrales Problem ins Feld. Kritische Nachfragen aus dem Publikum bezogen die Initiative Fridays For Future und deren Unterstützung durch 22.000 WissenschaftlerInnen ein. Die Gäste argumentierten auch hier entsprechend ihrer Wahlprogramme und offenbarten deutliche Unterschiede im politischen Spektrum.

In der sich anschließenden Kontroverse zum Umgang mit Flüchtenden in der Europäischen Union betonten die TeilnehmerInnen das individuelle Recht auf Asyl und distanzierten sich entschieden von der Position des AfD-Vertreters, der den rigiden Umgang der australischen Regierung mit Flüchtenden begrüßte.

Anlässlich der breiten öffentlichen Debatte in den Wochen vor der Podiumsdiskussion drängte sich das Thema Digitalisierung und Bildung im weiteren Verlauf förmlich auf. Der Digitalpakt für Schulen und die medienwirksame Auseinandersetzung mit Artikel 13 gaben die Vorlagen für ein Rededuell auf der Bühne. Die Vertreter der CDU und der FDP, Nacke und Oetjen, legten den Fokus auf einen zunehmenden Missbrauch der Freiheit im Netz und zielten auf eine Verhinderung rechtsfreier Räume im Internet ab. Der SPD-Teilnehmer Schröder nannte den Verlust der Privatsphäre als Problem, sah sich aber mit dem positiven Abstimmungsverhalten der SPD-Ministerin Barley im Ministerrat der EU konfrontiert. Alle DiskussionsteilnehmerInnen forderten in diesem Kontext mehr Medienkompetenz und eine verstärkte Einbindung der Jugend in die europäischen Entscheidungsfindungen.

Merle Möhlmann und David Wellstein knüpften abschließend an die Einstiegsfrage an, indem sie die Runde fragten, wie SchülerInnen gute Europäer werden könnten. FDP-Mann Oetjen verwies auf die Bedeutung von Austauschprogrammen für junge Menschen, Schumann (Die Linke) lobte das aktuelle Engagement der Jugend im Rahmen von Artikel 13 und Fridays For Future, AfD-Vertreter Althaus wiederholte die Absicht einer grundlegenden Reform der EU. Dem stellte sich der CDU-Vertreter Nacke entschieden entgegen: Er nannte stattdessen gerade die EU als Lösung gegen Nationalismus und Krieg und forderte die Jugend – angesichts des wachsenden Wunsches nach „starken Männern“ in der Politik weltweit – zur Wachsamkeit gegenüber populistischen Extrempositionen auf. Die Teilnehmerin der Grünen, von Cramon, wünschte sich mehr direkte Beteiligung in Europa und verlieh ihrer Hoffnung auf einen Neubeginn politischer Partizipation durch Fridays For Future Ausdruck. Tom Schröder von der SPD lobte die Arbeit der AG Europa des Gymnasiums Westerstede als Vorbereitungsgruppe für die Podiumsdebatte. Hierin sah er ein vorbildliches und engagiertes Beispiel für europäisches Handeln. Merle Möhlmann und David Wellstein, die das Podium durchweg ruhig und kompetent geleitet hatten, griffen diesen Dank auf und beendeten die Veranstaltung.

Im Anschluss an die Diskussion sammelten sich zahlreiche SchülerInnen vor der Tribüne und kamen mit den ParteipolitikerInnen ins Gespräch. Insbesondere die beiden Vertreter von AfD und Linkspartei wurden von vielen Interessierten umringt und stellten sich noch längere Zeit deren Fragen.

Nur einige Wochen zuvor hatte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne, im Rahmen der Eröffnung des Wissenschaftsforums, auf die enorme Bedeutung der kommenden Europawahl hingewiesen. Auf derselben Bühne in der Aula ist mit dieser Podiumsdiskussion nun ein weiterer Beitrag zu einer kompetenten Entscheidung am 26. Mai geleistet worden. Vielen Dank allen Beteiligten!

Strukturwandel aus einer neuen Sicht

Bente Carstengerdes (10e)
Dienstag, 02. April 2019






Für den 10. Jahrgang des Gymnasiums Westerstede ging es am Dienstag, 26. Februar auf eine Exkursion ins Ruhrgebiet, um sich an diesem Beispiel mit dem Begriff „Strukturwandel“, der im Erdkundeunterricht thematisiert wird, näher auseinanderzusetzen. Es ging morgens um 8:00 Uhr mit insgesamt vier Bussen Richtung Nordrhein-Westfalen los. Zwei Busse fuhren zuerst nach Oberhausen zum CentrO, die anderen beiden nach Duisburg in den Landschaftspark Nord.

Das CentrO Oberhausen gilt als größtes Einkaufs- und Freizeitzentrum Europas. Es ist das sogennante „Herzstück der neuen Mitte“ von Oberhausen. Vorher wurde auf dem Gelände der ehemahligen Gutehoffnungshütte ein Stahl- und Walzwerk betrieben. Mit dem CentrO verbindet man heute nur ein riesiges Shoppingcenter, wobei häufig vergessen wird, dass es durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze oder im Bereich Tourismus ein wichtiges Beispiel für den Strukturwandel darstellt.

Auch das Gelände rundherum hat sich im Zuge des Strukturwandels stark entwickelt. Es wurde unter anderem mit Theater, Kinos, einem Aquapark oder Parkplätzen ausgestattet. Sogar eine Promenade mit vielen Restaurants und Ausblick auf eine Wasserlandschaft befindet sich direkt am CentrO. Wir konnten die Gegend im näheren Umkreis allein erkunden und ehemahlige Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, Grünflächen oder zum Beispiel die König-Pilsener-Arena und umliegende Gebäude ausmachen. So haben wir uns ein Bild von der im Vergleich zu früheren Zeiten kaum veränderten Infrastruktur verschafft.

Nach einer Erkundung des CentrO selbst und einer Stärkungspause im großen Gastronomiebereich des Einkaufszentrums ging es zurück zu den Bussen, um nach Duisburg zu fahren. Dort erwartete uns der riesige Landschaftspark Duisburg-Nord auf einer Fläche von 180 Hektar. Der Park bietet Freizeit-, Kultur-, Erholungs- und Sportmöglichkeiten zugleich – es war für jeden etwas dabei. In einer Führung durch den Park wurde den Klassen die Geschichte des Hüttenwerks nähergebracht. Von den früher harten Arbeitsbedingungen ist heute kaum noch etwas zu spüren, so sehr hat der Park sich im Zuge des Strukturwandels entwickelt. Im Gasometer des ehemaligen Werks wurde ein Tauchbecken errichtet, das als größtes Indoor-Tauchgewässer Europas gilt und sogar ein künstliches Riff mit Wrack bietet. In den ehemaligen Möllerbunkern, wo einst Koks und Eisenerz zwischengelagert wurden, ist ein Klettergarten errichtet worden; durch zwei Erzbunker führt sogar eine Riesenröhrenrutsche. Ringsherum gibt es Wanderwege mit einem industriegeschichtlichen Rundweg.

Zu den Highlights zählte für viele Schüler der Hochofen 5: Dieser ist 70 Meter hoch und Stahltreppen führen zu der Aussichtsplattform, von der man einen beeindruckenden Ausblick auf Duisburg, auf das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein hat. Nach der Führung konnten sich die Schüler selbstständig auf dem Gelände bewegen und ins Besucherzentrum gehen oder die Landschaft im Sonnenschein genießen. An den vielen Freizeitangeboten und den unterschiedlichen Bereichen, die der Landschaftspark Duisburg-Nord besitzt, wird der Strukturwandel sehr gut sichtbar.

Wir konnten auf der Exkursion viele Eindrücke sammeln und an einem konkreten Beispiel den Strukturwandel des Ruhrgebiets erkennen und verstehen. Lernen war mit Spaß und Freizeit verbunden, weshalb die Fahrt ein voller Erfolg war. Eine tolle Idee, den Unterricht mal anders zu gestalten! Dank großzügiger Zuschüsse des Fördervereins konnten die Kosten gesenkt und die Fahrt somit ermöglicht werden, dafür ein großes Dankeschön von allen, die dabei waren!

Ab jetzt wird’s bunt und gesund...

K. Torkel
Montag, 25. März 2019






Die AG Gesundheit ist wieder aktiv geworden! In guter, produktiver Zusammenarbeit mit dem Mensapersonal wurde ein neues Projekt ins Leben gerufen: Das bestehende Frühstücksangebot wird ab sofort erweitert, beginnend am Donnerstag, 04.04.2019 in der 1. und 2. großen Pause. Im Vordergrund steht ein reichhaltigeres, gesundes Angebot verschiedener Brötchen (Dinkelvollkorn und Körnervielfalt), belegt mit Käse- und Wurstprodukten aus der Region. Zudem wird frischer Obstsalat (mit oder ohne Joghurt) sowie Fruchtjoghurt im Glas angeboten.

Zunächst geht die neue Frühstücksauswahl in eine Testphase, um die Nachfrage und weitere Ideen zu ermitteln. Nach den Osterferien wird es jede Woche einen gesunden Tag geben und wir laden alle herzlich ein, dieses Angebot auszuprobieren und mit uns ins Gespräch zu kommen.

Guten Appetit!

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Unterrichtszeiten

Stunde

Westerstede

Apen

1./2. Stunde 08:00 - 09:30 08:00 - 09:35
1. große Pause 09:30 - 09:50 09:35 - 09:55
3./4. Stunde 09:50 - 11:20 09:55 - 11:30
2. große Pause 11:20 - 11:45 11:30 - 11:45
5./6. Stunde 11:45 - 13:15 11:45 - 13:20
Mittagspause 13:15 - 14:10 13:20 - 14:00
7./8. Stunde 14:10 - 15:40 14:00 - 15:30