Aus dem Schulleben

75 Jahre Grundgesetz – Rede im Pausenhof (Auszug)

Schülervertretung
Montag, 17. Juni 2024





Im 75. Jubiläumsjahr des Grundgesetzes versammelten sich die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Mittwoch, den 06.06. im Pausenhof und hörten eine Rede der Schülervertreter Bennett Krüger und Felix Bruns:

Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, Liebe Lehrerinnen und Lehrer,

in den finsteren Jahren nach den beispiellosen Verbrechen des Nationalsozialismus wurde unser Grundgesetz vor 75 Jahren als Leuchtfeuer der Hoffnung und der moralischen Erneuerung ins Leben gerufen. Es ist das Vermächtnis einer geschundenen Nation, die aus den Trümmern von Krieg und Unrecht eine neue Ordnung erschuf, gegründet auf den Prinzipien der Menschenwürde, der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Diese Verfassung gehört zu dem Besten, was Deutschland jemals hervorgebracht hat.

In den 146 Artikeln des Grundgesetzes sind die Regeln unseres Zusammenlebens definiert, sie sind eine Manifestation unserer kollektiven Werte: Freiheit, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und Menschenwürde. Diese Werte sind nicht verhandelbar und müssen stets verteidigt werden, gegen alle, die versuchen, sie zu untergraben. […]

Aber wie Fritz Bauer schon sagte, „Demokratie ist kein Dampfer, dessen Kapitän man sich anvertraut“. Nein, „es ist ein Boot, in dem wir alle mitrudern müssen“!

Die individuelle Verantwortung für dieses soziale Band, für das Versprechen der Demokratie, sollte jeder von euch spüren können. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, die Prinzipien unseres Grundgesetztes von innen zu unterstützen und nach außen zu verteidigen. […]

Darum bitten wir euch, ja, wir appellieren sogar. Setzt euch mit dem Fundament unserer Nation auseinander. Steht für die Werte, die unser aller Wohlergehen bestimmen, ein, und steht auf, wenn sich andere über die Grundrechte hinwegsetzen wollen. […]

Außenstelle Apen feierlich verabschiedet

Schulleitung
Sonntag, 09. Juni 2024





Pünktlich zu ihrem 20-jährigen Bestehen ist die Außenstelle unserer Schule in Apen am Freitag, 31.5.2024 in einer kleinen Feierstunde würdig verabschiedet worden.

Schulleiter Henning Kratsch lobte die in den letzten 20 Jahren von vielen Kolleginnen und Kollegen geleistete Arbeit, betonte dann in seiner Ansprache aber vor allem die enormen Vorteile, die trotz der über die Jahre stets hervorragenden Bedingungen in Apen letztlich darin lägen, alle Schülerinnen und Schüler einer Schule auch an einem Standort vereinen zu können.

Bürgermeister Matthias Huber erwiderte, die Gemeinde Apen sei durchweg gern ein guter Gastgeber gewesen, äußerte aber auch großes Verständnis für die zuletzt immer offensichtlicher gewordene Notwendigkeit, die Außenstelle zu schließen. Man habe in den vergangenen Jahren ein gutes Konzept für die Nachnutzung der frei werdenden Räume erarbeitet und könne das Gymnasium nun guten Gewissens ziehen lassen.

Joachim Pohlig, in den vergangenen vier Jahren Leiter der Außenstelle, bedankte sich schließlich bei allen am Gelingen der Außenstelle Beteiligten und hob noch einmal hervor, wie schwer ihm und vielen der zuletzt in Apen eingesetzten Kolleginnen und Kollegen der Abschied falle, wie schön es aber gleichzeitig sei, das Kapitel Apen im Rückblick auf die gute geleistete Arbeit nun uneingeschränkt zufrieden abschließen zu können.

Höhepunkt der Feier war das eindrucksvoll von allen Aper Schülerinnen und Schülern vorgetragene Lied „Ein Hoch auf uns“, mit dem auch sie ihrem Abschied von „ihrer Schule“ eine kräftige Stimme geben konnten.

Danke für 20 Jahre Apen – von nun an alle zusammen in Westerstede!

Ausflug zur Oldenburger Synagoge

Aukje Janßen und Jan-Ibo Ertelt (6a)
Montag, 03. Juni 2024





Am 6. März 2024 sind wir, die Klassen 6a und 6b, in Begleitung von Frau Icke und Herrn Siemer zur Synagoge nach Oldenburg gefahren. Pünktlich um 9:25 Uhr startete unser Bus, nach einer halbstündigen Fahrt und einem kleinen Fußmarsch kamen wir bei der Synagoge an. Die Rabbinerin Alina Treiger nahm uns dort in Empfang. Sie ist seit dem 2. Weltkrieg die erste in Deutschland ausgebildete Rabbinerin und die zweite Frau überhaupt, die in Deutschland dieses Amt innehat.

Sie ging mit uns in den Gebetsraum der Synagoge, wo die Gottesdienste der jüdischen Gemeinde stattfinden. Bevor wir dort eintraten, mussten die Jungen eine Kippa (eine religiöse Kopfbedeckung) als Zeichen des Respekts vor dem heiligen Ort aufsetzen. Als wir alle saßen, hob Frau Treiger die Thorarolle aus dem Thoraschrein und trug uns einen Vers vor. Da man dies im Judentum mit Gesang macht und Frau Treiger zusätzlich ausgebildete Sängerin ist, war dies sehr beeindruckend. Danach blies Frau Treiger auf dem Schofar, einem Widderhorn, das zu besonderen religiösen Anlässen verwendet wird, beantwortete zahlreiche Fragen und erzählte uns viel aus dem jüdischen Alltag. Besonders betroffen gemacht hat uns der Bericht Frau Treigers, dass die Sicherheitsvorkehrungen an der Synagoge in letzter Zeit erhöht werden mussten und dass vor einer Zusammenkunft immer die Polizei benachrichtigt werden muss, damit ein Polizeiauto zum Schutz vor der Synagoge steht.

Im Anschluss ging Frau Treiger mit uns in den Jugendraum des Gemeindehauses, wo wir viel über die Jugendarbeit der Gemeinde erfuhren, unter anderem auch über die Teilnahme am Jewrovision Songcontest, dem größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb in Europa. Auch hier beantwortete uns die Rabbinerin noch zahlreiche Fragen. Die Zeit verging wie im Flug: Um 12:20 Uhr holte uns der Bus wieder ab. Am Ende des Vormittags waren wir alle glücklich und fuhren mit viel neuem Wissen nach Hause.

Ein herzlicher Dank geht an den Förderverein unserer Schule, der die Fahrt bezuschusst hat.

Unser Frankreichaustausch mit dem Collège Saint-Joseph de Navarin in Boulogne-sur-mer 2023/2024

Austauschteilnehmer der 8bde
Freitag, 24. Mai 2024





Dieses Schuljahr fand unser deutsch-französischer Schüleraustausch nach dreijähriger Pause endlich wieder vollständig statt. Dafür wollen wir uns im Namen aller Beteiligten bei unseren Lehrerinnen und unseren Eltern bedanken, die uns diesen Austausch ermöglicht haben.

Die deutschen Schülerinnen und Schüler waren vor den Herbstferien in Nordfrankreich und die französischen Schülerinnen und Schüler sind kurz nach den Osterferien bei uns in Westerstede zu Besuch gewesen. Der Aufenthalt in Frankreich war eine tolle Erfahrung, wir haben viele neue Eindrücke der französischen Kultur gesammelt, z.B. die Unterschiede zwischen unseren und den französischen Essgewohnheiten. Alle haben sich bereits im Herbst gut mit ihren Austauschpartnerinnen und -partnern verstanden.

Als unsere französischen Gäste aus Boulogne-sur-mer dann nach Ostern in Westerstede ankamen, begann eine spannende Woche voller Aktivitäten hier in Deutschland. Zuerst gab es ein fröhliches Wiedersehen. Im Laufe der Woche besuchten wir unter anderem Osnabrück und Bremerhaven, hatten eine interessante Stadtrallye in Westerstede, sahen uns das Klimahaus und das Museum der Varusschlacht in Kalkriese an und verbrachten natürlich viel Zeit mit unseren Austauschpartnern.

Die Woche ist sehr schön gewesen und uns haben die verschiedenen Ausflugsziele gut gefallen. Besonders der Ausflug nach Bremerhaven ins Klimahaus oder der Besuch in Kalkriese haben uns Spaß gemacht, da wir dort viele spannende, neue Dinge gelernt haben und die Ausstellungen sehr schön gestaltet sind.

Alles in allem finden wir, dass der Austausch eine großartige Erfahrung war, und wir hoffen, dass wir noch lange mit unseren französischen Freunden in Kontakt bleiben. Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!

Vive l’amitié franco-allemande!

Über Kriege und wie man sie beendet – Leibniz-Preisträger referiert am Gymnasium Westerstede

Schulleitung
Montag, 13. Mai 2024





„Wie Kriege enden“ – diesem Thema widmete sich der renommierte Freiburger Historiker Prof. Dr. Jörn Leonhard (Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2024 der Deutschen Forschungsgemeinschaft) am Donnerstag, 11.4. in der äußerst gut gefüllten Aula unserer Schule. Als Referent des 6. Wissenschaftsforums Westerstede, in dessen Rahmen unsere Schule unter anderem regelmäßig zu Vorträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen einlädt, adressierte Leonhard Fragen, die aktueller kaum sein könnten.

Wie gelingt es, bewaffnete Konflikte und Kriege zu beenden und Frieden zu schaffen? Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine besitzt diese Frage eine neue, intensiv wahrgenommene Dringlichkeit.

Von der Zerstörung Karthagos durch die Römer in der Antike über den Westfälischen Frieden von 1648 bis hin zu jüngeren Friedensbemühungen wie etwa dem Abkommen von Dayton zur Befriedung des Jugoslawienkrieges in den 1990er Jahren bot Professor Leonhard einen äußerst fundierten und zugleich pointierten Überblick über die Bedingungen und Gelingensfaktoren von Friedensschlüssen. Insbesondere das Beispiel des Versailler Vertrages war bezüglich der Komplexität des „Friedenschaffens“ sehr erhellend, und es wurde gut deutlich, warum das Beginnen eines Krieges so viel einfacher ist als seine Beendigung.

Ausgehend von 10 Thesen, die er in seinem 2023 erschienenen Buch „Über Kriege und wie man sie beendet“ veröffentlicht hat, blickte Leonhard zurück auf vergangene Kriege, die alle irgendwann endeten. Es gelte, historisches Wissen zu nutzen, um die Gegenwart besser verstehen und erklären zu können, ohne dabei den Anspruch zu erheben, dass vergangene Friedenschlüsse nun etwa eine passgenaue Blaupause für die Konflikte der Gegenwart bieten könnten. Hierbei war insbesondere die nüchtern-realistische Perspektive des Historikers hilfreich, um aufzuzeigen, dass man sich den jeweiligen Herausforderungen tatsächlich aktiv stellen muss, dass jedenfalls das Prinzip Hoffnung kein tragfähiges Konzept sein kann, um Kriege zu beenden.

Neben all den gemischten, wenn nicht gar düsteren Empfindungen, mit denen er das Publikum am Ende des Vortrags wohl oder übel zurückließ, wusste Leonhard natürlich auch gelungene Friedensprozesse als historische Lichtblicke zu betonen. Dies passte gut zum eingangs von Schulleiter Henning Kratsch erwähnten, aktuell in Jahrgang 8 stattfindenden Westerstede-Besuch unserer französischen Austauschpartner aus Boulogne-sur-Mer: „Wer hätte nach 1870/71, nach den verheerenden Schlachten des Ersten Weltkrieges oder nach den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges erwartet, dass es jemals wieder friedliche, gar freundschaftliche Beziehungen zwischen diesen einstmals so verfeindeten Staaten und Völkern geben würde?“

Rico Möller, der als Geschichtslehrer unserer Schule auch die dem Vortrag folgende Diskussion moderierte, zeigte sich insbesondere beeindruckt von dem bereits am Nachmittag erfolgten Gespräch zwischen Professor Leonhard und den Geschichtskursen des 12. Jahrgangs. Hier habe sich erneut gezeigt, wie bereichernd der Austausch von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Schülerinnen und Schülern ist – nicht zuletzt diesen Kontakt sucht das Wissenschaftsforum der Europaschule stetig zu fördern.

Erfreuliche Ergebnisse bei der Chemie-Olympiade!

C. Heidmeier
Freitag, 03. Mai 2024





Bei ihrer Teilnahme an der internationalen Chemie-Olympiade 2024 haben unsere Schülerinnen Lena Ollermann und Tamara Borchers (Jg. 12) hervorragende Ergebnisse erzielt.

In der ersten Runde stellte das Erreichen der benötigten 50% der Aufgabenpunkte für die beiden kein Hindernis dar: Sie mussten hier unter anderem Molekülstrukturen, Bindungsarten und Schwingungsspektren untersuchen und in selbstständiger Recherche Lösungen erarbeiten. In der zweiten Runde wurde eine 4-stündige Klausur geschrieben, in der es um Reaktionsmechanismen, mathematische Berechnungen zum pH-Wert sowie bekannte und unbekannte Strukturformeln ging. Auch hier erzielten Lena und Tamara bemerkenswerte Ergebnisse, wenn die erreichten Punkte auch leider nicht für den Einzug in die dritte Runde ausreichten. Trotzdem war ihre Bearbeitung der Aufgaben überwiegend gut gelungen!

Für ihre starken Ergebnisse erhalten Lena und Tamara die verdienten Urkunden und auf dem Zeugnis in der Oberstufe einen Notenpunkt dazu.

Die Schulleitung und die Fachgruppe Chemie gratulieren den beiden herzlich. Gut gemacht!

Die Aufgaben für die nächste Chemieolympiade 2025 sind schon online und können auf der Seite https://www.scienceolympiaden.de/icho heruntergeladen werden.

Vortrag am 2. Mai 2024 (Wissenschaftsforum Westerstede)

D. Osewold
Mittwoch, 24. April 2024

Dr. Beate Vajen, Medizinische Hochschule Hannover (MHH):

Patient*innen mit Tumorrisikosyndromen frühzeitig identifizieren und besser versorgen: Erfahrungen aus dem Projekt OnkoRiskNET

Im Wissenschaftsforum Westerstede wird Dr. Beate Vajen am 2. Mai 2024 um 18:30 Uhr in der Mensa des Gymnasiums Westerstede einen Vortrag zum genannten Thema halten.

Kurzfassung: In Deutschland erkranken jährlich knapp 500.000 Menschen an Krebs. Mindestens 10-15% dieser Tumorerkrankungen haben eine erbliche Ursache und treten im Rahmen eines Tumorrisikosyndroms auf. Verantwortlich sind krankheitsverursachende Genveränderungen, die innerhalb der Familie vererbt werden können und zu einer familiären Häufung charakteristischer Tumorerkrankungen und Erkrankungen in jungem Lebensalter führen. Im Rahmen von genetischer Beratung und Diagnostik kann die Diagnose eines Tumorrisikosyndroms gesichert werden. Die Diagnose ermöglicht eine personalisierte Prävention und Therapie und die Identifikation weiterer betroffener Familienmitglieder. In Deutschland fehlt jedoch insbesondere im ländlichen Raum ein flächendeckender Zugang zur humangenetischen Patientenversorgung für Beratung und Diagnostik von Patienten mit einem Tumorrisikosyndrom. Hier setzt das Projekt „OnkoRiskNET – Kooperationsnetzwerk zur wohnortnahen Versorgung von Patienten und Familien mit einem genetischen Tumorrisikosyndrom“ an, welches im Rahmen des Wissenschaftsforums Westerstede vorgestellt wird.

Kontakt Wissenschaftsforum Westerstede:
Dr. Daniel Osewold
Gymnasium Westerstede – Europaschule
daniel.osewold@gym-wst.eu

TSI auf dem „Bandshop“ in Oldenburg

D. Schlichting
Montag, 15. April 2024





Einer Einladung der Musikschule Oldenburg folgend trat unsere Schulband TSI am 14.03.24 abends im Wilhelm 13 auf. Der „Bandshop“ findet etwa viermal im Jahr statt und bietet Jugendbands aus Oldenburg und Umgebung die Gelegenheit, auf einer professionellen Bühne Auftrittserfahrung zu sammeln, sich gegenseitig die Ergebnisse ihrer Probenarbeit zu präsentieren und sich miteinander zu vernetzen.

Neben TSI waren noch drei weitere Bands von Oldenburger Gymnasien eingeladen. Zuerst haderte TSI etwas mit der Programmreihenfolge, da man befürchtete, dass der Auftritt am Ende des Konzerts nur vor leeren Rängen stattfinden würde. Aber weit gefehlt! „Das Beste zum Schluss“, so dachten offensichtlich viele Besucherinnen und Besucher, und sie wurden nicht enttäuscht: TSI zeigte energiegeladene Spielfreude und begeisterte das Publikum mit ihren mehrstimmig gesungenen, klanglich abwechslungsreichen Popsongs. Gerne erfüllte die Band schließlich den Wunsch nach einer Zugabe. Im Anschluss an das vielseitige, etwa zweistündige Konzert gab es noch Zeit, sich auszutauschen und Bekanntschaften mit den Oldenburger Musikerinnen und Musikern zu schließen. Eine rundum gelungene Veranstaltung, die alle – Mitwirkende wie auch Zuhörende – sehr genossen haben.

Wie Kriege enden: Historische Perspektiven auf das 19. und 20. Jahrhundert

Daniel Osewold
Montag, 08. April 2024

Im Wissenschaftsforum Westerstede wird Prof. Dr. Jörn Leonhard, Universität Freiburg am 11. April um 18:30 Uhr in der Aula des Gymnasiums Westerstede einen Vortrag zum genannten Thema halten.

Kurzfassung

Frieden schaffen – aber wie? Kaum eine Frage ist gegenwärtig so drängend und gleichzeitig so umstritten. Wann beginnt überhaupt der Weg aus einem Krieg? Und wie kann er gelingen: mit Waffen oder ohne, durch Verhandlungen oder den Sieg einer Seite? Wann weiß man überhaupt, ob es sich um einen Frieden handelt oder bloß um eine taktische Atempause? Jörn Leonhard blickt in seinem Vortrag auf Kriege der Neuzeit, die alle auf verschiedene Weise irgendwann zu Ende gingen, und zeigt, warum wir die Gegenwart viel besser verstehen, wenn wir uns auf diese Geschichte einlassen.

Zum Vortragenden

Prof. Dr. Jörn Leonhard ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Für 2024 wurde ihm der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die höchste Auszeichnung für Wissenschaftler in der Bundesrepublik, zuerkannt.

Im Verlag C.H.Beck sind von ihm erschienen:
"Die Büchse der Pandora. Geschichte des Ersten Weltkriegs" (6. Aufl. 2020)
"Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918-1923" (2. Aufl. 2019), (zus. mit Ulrike von Hirschhausen)
"Empires. Eine globale Geschichte 1780-1920" (2023)
"Über Kriege und wie man sie beendet. Zehn Thesen" (2. Aufl. 2024).

Kontakt Wissenschaftsforum Westerstede:
Dr. Daniel Osewold
Gymnasium Westerstede – Europaschule
daniel.osewold@gym-wst.eu

Besuch aus der Politik: Lena Nzume (B’90 / Die Grünen) zu Gast im Politik-LK

Thomas Wilhelm (Jg. 12)
Montag, 11. März 2024

Am Montag, 04. März 2024 stattete die Grünen-Politikerin und Absolventin des Gymnasiums Westerstede Lena Nzume dem Politik-Leistungskurs des 12. Jahrgangs einen Besuch ab. Dabei beantwortete sie verschiedene politische und persönliche Fragen der Schülerinnen und Schüler. Auch hatte sie durchaus eigenen Gesprächsstoff im Gepäck, der für einige Diskussionen sorgte. Es wurden unterschiedlichste Aspekte angesprochen, hauptsächlich in den Bereichen Innenpolitik, Schulpolitik, Migrationspolitik und nicht zuletzt Rassismus – ein Thema, bei dem Nzume als aus Kamerun stammende Deutsche diverse eigene Erfahrungen hat. Sie berichtete von persönlich erlebter Ausgrenzung in- und außerhalb der Schule und machte deutlich, dass sie sich deren Verbannung aus dem Schulsystem zum Ziel gesetzt hat – wobei sie allerdings auch Aspekte wie etwa Racial Profiling bei der Benotung von Schülerinnen und Schülern erwähnte, denen man wohl kaum auf der Ebene des gesamten Apparats wird präventiv begegnen können.

Weitere „Streitthemen“ waren u.a. die Bezahlkarte für Flüchtlinge, der Umgang mit dem Rechtsruck bzw. mit der AfD und ihrer Wählerschaft, die Notwendigkeit von ausländischem Personal, der Umgang mit der Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern sowie die Akzeptanz von Migrantinnen und Migranten in unserer Gesellschaft. In diesem Kontext wurde auf kulturelle Differenzen und vonseiten Nzumes auch auf den Wandel der Definition und Benutzung bestimmter Begriffe wie „Rasse“ oder „Kultur“ eingegangen.

Der Inhalt dieses Treffens sorgte auch in der Unterrichtsstunde am Folgetag noch für Diskussionen im Kurs. Auch über das Angebot Nzumes zu einem Besuch im niedersächsischen Landtag wurde dabei beraten.

Auch wenn politische Differenzen bzw. Meinungsunterschiede in bestimmten Bereichen deutlich wurden, waren der Kurs wie auch alle anderen (eigens eingeladenen) Teilnehmenden dankbar für die Möglichkeit eines solchen Gesprächs und für die Zeit, die sich Nzume für den Besuch genommen hat.

100 Kilo Kunst

Constance Wolter
Dienstag, 28. November 2023





Michelangelos berühmtes Fresko – der göttliche Fingerzeig, mit dem der Schöpfer dem ersten Menschen, Adam, Leben und Seele einhaucht – ist wohl eines der meistzitierten Werke der Kunstgeschichte. Im neuen Verwaltungsgebäude, Lange Straße 15 in Westerstede, wird es – obwohl weiterhin unverkennbares Zitat – zu einer Geste des Willkommenseins, des Unterstützung Erfahrens, denn hier wird die berühmte Geste zum Sich-die-Hände-Reichen umgedeutet. Das passt natürlich hervorragend zum Zweck des Gebäudes, sind hier doch Jobcenter und Veterinäramt untergebracht. Aber es setzt in einer Zeit wie unserer auch ein deutliches Zeichen der Barmherzigkeit und gegenseitigen Unterstützung – und weist damit über den Kontext, in dem Kundinnen und Kunden das Gebäude betreten, hinaus. Einander die Hände reichen – eine Metapher dafür, angenommen zu sein, ankommen zu dürfen, aufgenommen zu werden, Aufmerksamkeit und Zuwendung zu erfahren als Mensch unter Menschen. Nicht trotz, sondern wegen aller Unterschiedlichkeit bezogen auf Herkunft, Kultur, Sprache, Glauben.

In den Sommerferien haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Behörden das neue Gebäude bezogen – dessen großzügiges, lichtdurchflutetes Atrium jedoch noch leer und unpersönlich wirkte. Bis jetzt. Denn in der ersten Herbstferienwoche haben 14 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Westerstede eine Raumskulptur geschaffen, die nun an drei dünnen Stahlseilen schwebend den Lichthof schmückt: ein 100kg schwerer Würfel mit einer fast 4m langen Raumdiagonalen, der auf der Spitze hängend angebracht ist. „Vielfalt“ ist der Titel der Raumskulptur, die auf Initiative des Architekten des Landkreises Ammerland, Andreas Martin, in Auftrag gegeben wurde. Der Titel des Kunstwerks lässt sich auch auf die Gruppe der Schülerinnen und Schüler beziehen, die in den Jahrgängen 8 bis 13 lernen und eine Woche lang unter der Leitung des erfahrenen Künstlers Christian Hermann täglich von 9:30 bis 16:30 Uhr in einer zum Atelier umfunktionierten Halle der DEULA gearbeitet haben. Am Mittwoch, 1. November, wurde das Kunstwerk durch Landrätin Karin Harms der Öffentlichkeit vorgestellt (die NWZ berichtete). Unter dem Begriff „Vielfalt“ oder vielleicht besser Vielfältigkeit lassen sich aber auch die Herausforderungen fassen, mit denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Ratsuchenden des Jobcenters konfrontiert sind, wie dessen Geschäftsführer Günther Siebels zu Beginn der Kreativwoche hervorhob. Vielfältige Krisen, z.B. Kriege und die daraus resultierenden Fluchtbewegungen, erfordern täglich neue Lösungen – und zwar nicht nur auf der großen politischen Bühne, sondern auch ganz konkret vor Ort, wo es darum geht, z.B. von Flucht Betroffene bei ihrer sprachlichen, schulischen und beruflichen Integration zu unterstützen. Dies macht auch der Titel „EnterIntercultural Space“ des von Dirk Weißer, dem Projektkoordinator der Kreisvolkshochschule Ammerland, angeschobenen Projekts deutlich.

Ermutigend und einladend wirkt auch das formatfüllend dargestellte Lächeln auf der gegenüber den Händen liegenden Seite des Würfels. Nur das Lächeln – mehr ist nicht abgebildet, und das wirkt angesichts der zwei Jahre währenden Phase der Pandemie, in der unser Lächeln allzu oft hinter der Maske verborgen blieb, geradezu befreiend. Das gelb-rot-blaue Band, das sich über vier der sechs Würfelseiten zieht, hebt hervor, wie wichtig Netzwerke für uns alle sind. Auf zwei Seiten sind die Silhouetten menschlicher Figuren zu erkennen, die vielfach miteinander verbunden sind und eine Gemeinschaft bilden, in der alle aufgefangen und getragen werden und sich als Teil eines größeren Zusammenhangs und Zusammenhalts erleben dürfen. Dass all das keineswegs selbstverständlich ist, daran gemahnen die beiden Seiten, auf denen zarte Pflanzen umschwärmt von Schmetterlingen zu sehen sind. Freundschaft und Gemeinschaft sind wie Blumen im Garten – wenn wir uns an ihnen erfreuen und sie erblühen sehen wollen, müssen wir uns aktiv um sie kümmern und sie pflegen, damit sie wachsen können.

Einen echten Auftrag für ein Kunstwerk im öffentlichen Raum umzusetzen ist nicht nur eine große Herausforderung, sondern auch eine einmalige Bildungschance. Den vergleichsweise geschützten Rahmen schulischer Projekte zu verlassen, um an einem Projekt mitzuwirken, das nicht nur zeitliche und thematische Vorgaben macht, sondern eben auch öffentlich zu sehen und mit einem nicht unerheblichen Finanzrahmen ausgestattet ist, kann auch Druck verursachen und die Kreativität lähmen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich davon jedoch in ihrem Workflow nicht ausbremsen lassen, und dank der motivierenden Begleitung durch Christian Hermann haben sie pünktlich und sehenswert abgeliefert. Chapeau!

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Unterrichtszeiten

1./2. Stunde 08:00 - 09:30
1. große Pause 09:30 - 09:50
3./4. Stunde 09:50 - 11:20
2. große Pause 11:20 - 11:45
5./6. Stunde 11:45 - 13:15
Mittagspause 13:15 - 14:10
7./8. Stunde 14:10 - 15:40

Aktuelles

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Familien,
liebe Freunde des Gymnasiums,

die Schülervertretung lädt herzlich zum Sommerfest am Dienstag, 18.06.24 ab 18.00 Uhr ein.
Schulbands | Perkussion-Musik | Bubblewaffeln | Crepes | Pommes | Bratwurst | Nudelwok | Chili con carne | HotDogs | Eistee | kalte Getränke | gute Stimmung

Um 16.00 Uhr startet bereits das Spielefest für die fünften und sechsten Klassen.
Zuckerwatte | Bungeerun | Hüpfburg | Candybar | Schminken | Schulrallye | Stockbrot | viel Spaß und gute Laune

Feiern wir gemeinsam in den Sommer 2024!

Die Schülervertretung
Mathilda | Bennett | Emily | Felix B | Tizian | Tabea | Felix W | Marcel | Jona | Tammo

ISERV-Anmeldung

www.gym-wst.eu


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Einsehbar unter IServ - Vertretungsplan

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