Aus dem Schulleben

Unsere Austauschfahrt nach Oss (NL)

Benedikt Schäfer (10a)
Montag, 02. September 2019




Nach dem Besuch der Niederländer in Westerstede im vergangen September stand für uns, die 10a, im Frühsommer (6.-10. Mai) der Rückaustausch an, den wir in der ca. 90.000 Einwohner großen Stadt Oss und den umliegenden Orten verbrachten.

Die Hinfahrt war recht unterhaltsam, die ca. vier Stunden vergingen dank Musik, Gesprächen und Mario Kart-Duellen doch recht schnell. Als wir ankamen, war es zunächst ein wenig komisch, da beide Gruppen ein paar Berührungsängste hatten; da jedoch sofort der erste Programmpunkt, der Besuch einer Kletterhalle, anstand, verflogen diese recht schnell. Nach einer kurzen Erfrischung in den Gastfamilien ging es abends gleich weiter: Der Freundeskreis meines Austauschschülers traf sich in einer Snackbar, in der es Pommes und Weiteres, aber auch typisch niederländisches Essen wie zum Beispiel Frikandeln gab. Wir verbrachten den anschließenden Abend bei einem der Austauschschüler zu Hause.

Am nächsten Tag stand unser Amsterdam-Besuch an. Dort hatten wir zunächst eine Stadtführung, die von ehemaligen Obdachlosen organisiert wurde. Dazu wurden wir in mehrere Gruppen aufgeteilt, wobei meiner Gruppe hauptsächlich das Rotlichtviertel von Amsterdam gezeigt wurde. Dort erfuhren wir viel über die zahlreichen Bordelle und Coffeeshops: Mit diesen Themen wird in Amsterdam bzw. generell in den Niederlanden sehr viel offener umgegangen als in Deutschland. Natürlich konnten wir sie nicht von innen besichtigen, weil man dazu volljährig sein muss, aber auffällig war, dass man den Geruch des Marijuanas in der gesamten Stadt wahrnehmen konnte. Danach hatten wir Freizeit, in der ich mit mehreren Niederländern Shoppen war, vor allem bei „De Bijenkorf“, dem größten Mode-Kaufhaus in Amsterdam. Den Rest unserer Freizeit verbrachten wir in den kleineren Gassen der Altstadt, bevor wir uns auf den Weg zum Rijksmuseum machten, in dem vor allem Gemälde niederländischer Künstler wie Rembrandt oder van Gogh ausgestellt sind. Die Führung dort war recht interessant, jedoch war die Zeit knapp bemessen. Zurück in Oss gingen wir abends in die Bar h32, da dort das Champions League-Halbfinale zwischen Barcelona und Liverpool übertragen wurde. Außerdem konnte man dort sehr gut essen und trinken.

Am Mittwoch stand unser Besuch im Freizeitpark „Efteling“ an, jedoch war das Wetter leider nicht sonderlich gut, weshalb wir am Ende des Tages ziemlich nassgeregnet waren. Das minderte den Spaß an den Attraktionen jedoch nur geringfügig. Die Aufgabe, einen Vlog zu drehen, erledigten alle Gruppen (die Videos haben wir uns dann am letzten Tag gemeinsam in der Schule angesehen). Abends trafen wir uns wieder, diesmal bei einem der Niederländer zu Hause, um das andere Halbfinale, Amsterdam gegen Tottenham, zu schauen.

Den Donnerstag verbrachten wir in Oss. Wir trafen uns bei der Schule und gingen dann gemeinsam zum örtlichen Kreativzentrum „Muzelinck“, wo wir in Gruppen verschiedene Workshops belegten. Diese lauteten „Beatboxen“, „Greenscreen-Effekte“ und „Malen des Gegenübers mit Darstellung verschiedener Charakterzüge“. Danach hatten wir wieder Freizeit und schauten uns in Oss um. Um die Stadt noch besser kennenzulernen, bildeten wir Gruppen, die nun die Aufgabe hatten, Fotos von verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu machen. Diese Fotos wurden mit Punkten bewertet und am Freitag ausgewertet – die Sieger bekamen ein kleines Präsent. Zum Abschluss gingen wir alle gemeinsam im „Frietenhuis“ die berühmten niederländischen Pommes essen, wozu es auch wieder Frikandeln oder andere landestypische Snacks gab.

Den letzten Abend verbrachten wir dann nochmal zusammen im h32, und nachdem ich von meiner Gastmutter am Morgen der Rückreise auch noch einige kleine Gastgeschenke bekommen hatte, bestieg ich den Bus endgültig mit gemischten Gefühlen. Ich wusste, dass ich einige der niederländischen Schüler vermissen würde.

Ich kann den Austausch mit den Niederlanden nur als sehr positiv beschreiben, zumindest, was meine persönlichen Erfahrungen betrifft. Dieses Land, das uns allen gut bekannt zu sein scheint, birgt eine interessante Kultur, und ich fand den Austausch sehr gut, um neue Erfahrungen zu machen und die Niederlande mal auf eine andere Art und Weise kennenzulernen. Auch einen Einblick in ein anderes Schulsystem zu bekommen war sehr gut. In dieser Schule arbeiten die Schüler nämlich ausschließlich mit iPads, und generell war die Schule technisch sehr gut ausgestattet. Meine Gastfamilie war sehr freundlich, fürsorglich und darauf bedacht, dass ich mich wohlfühle. Mit meinem eigenen Austauschpartner habe ich mich in Oss auch besser verstanden als noch zuvor in Westerstede.

Allerdings wäre das alles vielleicht noch gelungener, wenn die niederländischen Austauschpartner nicht ein Jahr jünger wären als die deutschen Schüler. Es war kein echtes Problem, aber gespürt hat man den Altersunterschied schon.

Und ganz allgemein muss man sagen, dass die verschiedenen Austauschreisen unserer zehnten Klassen sehr unterschiedlich lang sind, auch dies könnte verbessert werden.

Insgesamt kann ich aber nur jedem, dem die Möglichkeit geboten wird, an so einem Austausch teilzunehmen, empfehlen, diese wahrzunehmen.

Europa! Wir kommen!

Bente Carstengerdes
Montag, 19. August 2019




Eine Europaschule ohne Europa-AG – ein verwunderliches Konzept, weshalb kurzerhand zu Beginn dieses Schuljahres eine solche Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen wurde, mit dem Ziel, allen Beteiligten Europa ein Stück näher zu bringen. So wurde in der ersten Schuljahreshälfte zunächst der Begriff „Europa“ räumlich, historisch, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich kreativ untersucht und definiert, um in der zweiten Hälfte die anstehende Europa-Wahl und die Jungfernfahrt in die „heimliche Hauptstadt“ Brüssel vorzubereiten.

Mit dem Zug reisten die AG-Teilnehmenden der zehnten Klassen am 29. März frühmorgens von Oldenburg über Osnabrück und Amsterdam nach „Brüssel Centraal“. Die acht Stunden Anreise vergingen mit zahlreichen Spielen, aufschlussreichen Unterhaltungen und viel Schlaf wie im Flug. Vor Ort nächtigten wir im Stadtteil Molenbeek und damit fußläufig vom Innenstadtkern entfernt, was sich für die Ausgestaltung des gemeinsamen Programms als sehr hilfreich erwies.

Mit leckeren belgischen Spezialitäten – Waffeln, Pommes, Schokolade – war die Verpflegung für die nächsten zwei Tage gewährleistet und die Gruppe auf ihrer umfangreichen Tour zu den europäischen Highlights im historischen Brüssel gut gestärkt: Ausgehend vom Grand Place besuchten wir die Kathedrale St. Michael, den Mont des Arts-Park und die Statue du Roi Albert 1er. Im European Quarter sahen wir den Koningsplein und das Palais Royal und erreichten schließlich das Europäische Parlament. Im Parlamentarium, dem Besucherzentrum des Parlaments, führte uns ein Multimedia Guide durch die spannende Geschichte der Europäischen Union und wir lernten die Arbeit der unterschiedlichen Gremien besser kennen – vor allem in Bezug auf die Herausforderungen, die Europa gegenwärtig bevorstehen. Abgerundet wurde dieses Bild durch weitere Besuche der Brüsseler Innenstadt und belgischer Wahrzeichen wie dem Manneken Pis und dem Atomium. Neben all diesen Highlights war besonders das spontane Kräftemessen mit einheimischen Jugendlichen im Basketball am Freitag- und Samstagabend ein besonderer Höhepunkt – ein sportlicher Beleg dafür, dass Europa Menschen miteinander verbindet!

Für alle Beteiligten war es eine ganz besondere Fahrt, nicht nur, weil wir die ersten waren, die diese in einem solchen Rahmen durchführten, sondern auch, weil wir so vielfältige Eindrücke und Erfahrungen sammeln und dabei auch vermeintliche Banalitäten wie die Orientierung in der Großstadt, die Übernahme von Verantwortung und selbstständiges Handeln und Planen erleben und vertiefen konnten. Eine Leistung, die nur gemeinschaftlich von allen Beteiligten, den mitfahrenden Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs sowie den begleitenden Lehrkräften Frau Tüchsen und Herrn Tegeler, erreicht werden konnte.

Wir freuen uns schon aufs nächste Schuljahr, dann vielleicht auf Straßburg!

Europa hat gewählt – wir auch!

F. Tegeler
Montag, 12. August 2019




Das Gymnasium Westerstede liegt voll im Europatrend, wie die in der Woche vor der tatsächlichen Europawahl durchgeführte Juniorwahl gezeigt hat. In diesem Zeitraum konnten die Westersteder Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11, wie bundesweit knapp eine halbe Million Wahlberechtigte, ihre Stimme abgeben und erste Erfahrungen machen, was es heißt, politisch mitbestimmen zu dürfen.

Der überparteiliche und gemeinnützige Verein Kumulus e.V. aus Berlin stellte bundesweit den organisatorischen Rahmen zur Verfügung und wertete anschließend die Ergebnisse aus.

So liegen die im Bundestag vertretenen Parteien CDU/CSU (10,7%), SPD (12,2%), GRÜNE (33,9%), DIE LINKE (5,4%), FDP (7,4%) und die AFD (6,5%) für deutsche Schüler auch auf Europaebene größtenteils vorn, ergänzt durch DIE PARTEI (6,7%), die PIRATEN (2,3%) und die TIERSCHUTZPARTEI (3,6%). Die Westersteder Schüler, 300 waren wahlberechtigt, 284 gaben ihre Stimme ab (94,67%), setzten mit 93 Stimmen die GRÜNEN an die Spitze. Darauf folgten mit deutlichem Vorsprung die SPD (58 Stimmen), worauf ein Dreigespann aus CDU (29 Stimmen), DIE PARTEI (28 Stimmen) und FDP (25 Stimmen) folgte; VOLT erhielt 14 Stimmen, DIE LINKE 10, die TIERSCHUTZPARTEI 9. Die PIRATEN und die AFD erhielten je 3 Stimmen, während die Parteien ÖDP, TIERSCHUTZ HIER! und DER III. WEG je 2 Stimmen sammeln konnten. Die Parteien FAMILIE, MLPD, DIE DIREKTE! und die PARTEI FÜR DIE TIERE bekamen jeweils 1 Stimme.

Trotz dieses vielschichtigen Ergebnisses sind sich alle Projektteilnehmenden aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler, der Fachgruppe Politik-Wirtschaft und der Europa-AG einig, dass es eine gewinnbringende Veranstaltung an unserer Schule war und zukünftig unbedingt wieder durchgeführt werden muss.

Zertifizierungsfeier „Europaschule in Niedersachsen“

Michael Timpe
Freitag, 02. August 2019

Auf Einladung der Niedersächsischen Landesschulbehörde und des Oberbürgermeisters der Stadt Osnabrück fand am 21. Juni 2019 im Friedenssaal des historischen Rathauses Osnabrück die sog. Zertifizierungsfeier für diejenigen Schulen statt, die das aktuelle Zertifizierungsverfahren für die Führung der jeweils auf fünf Jahre befristeten Zusatzbezeichnung „Europaschule in Niedersachsen“ erfolgreich abgeschlossen haben.

In Anwesenheit des Europaabgeordneten Tiemo Wölken und Vertretern der Niedersächsischen Landesschulbehörde wurde Herrn OStD Brumloop als Schulleiter und Herrn StD Timpe als zuständigem Europaschulkoordinator die Auszeichnung zusammen mit der Urkunde feierlich überreicht, die unsere Schule dazu berechtigt, ab dem 1.8.2019 für weitere fünf Jahre die Zusatzbezeichnung „Europaschule in Niedersachsen“ zu verwenden und so den europäischen Gedanken auch weiterhin nach innen und außen hin sichtbar und erfahrbar zu machen.

Bereits seit dem Jahr 1998 führt unsere Schule die Zusatzbezeichnung „Europaschule“; mit dem RdErl. d. MK v. 11.12.2013 hat die Niedersächsische Landesschulbehörde ein Befristungs- und Zertifizierungsverfahren eingeführt, in welchem Schulen, die beantragen, die neue Zusatzbezeichnung „Europaschule in Niedersachsen“ führen zu dürfen, ihre Arbeit jeweils im fünfjährigen Rhythmus in Form eines umfassenden Antrages und einer ausführlichen Dokumentation nach vorgegebenen Kriterien evaluieren lassen müssen (z.B. Teilnahme an europäischen Projekten und Praktika zur Berufsorientierung, europäische Aktionen, Teilnahme an europäischen Wettbewerben oder Planspielen etc.). Die Prüfung erfolgt durch die jeweilige Regionalabteilung der Landesschulbehörde.

Mitte der Neunziger Jahre begann unsere Schule damit, sich für europäische Belange zu engagieren. Vorbildliche Arbeit – manches davon in gewisser Hinsicht echte Pionierarbeit – ist seither geleistet worden. Eine Auswahl der zahlreichen europäischen Projektvorhaben seit 1995 sei hier noch einmal beispielhaft aufgeführt:

Seit 1995 regelmäßige Austauschprojekte mit europäischen Austausch- und Partnerschulen aus Lettland (Liepaja), Litauen (Silute), Slowakei (Poprad) in Kooperation mit dem Pädagogischen Austauschdienst Bonn; Austauschprojekte mit Polen (Breslau) in Kooperation mit dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk; langjährige Austauschprojekte mit Belgien (Roeselare), den Niederlanden (Emmen, Utrecht) und Frankreich (Rouen/Normandie); Austauschprogramme mit Frankreich (Boulogne-sur-Mer) und Spanien (Zaragoza) sind aktuell neu hinzugekommen.

Europäische Großprojekte (Auswahl):
  • 1995-2010: Comenius-Projekte „Nachbarn in Europa“ mit sieben Schulen aus acht europäischen Ländern (Gymnasium Friedrich Ludwig Jahn in Kyritz, Gymnasium Westerstede, bilinguales Gymnasium UDT Poprad/Slowakei, das KDC Emmen/Niederlande, Liceum Ogolnoksztalcace Bielsko-Biala/Polen, das Tycho Braheskolan Helsingborg/Schweden, Vydunas Gimnazium Silute/Litauen, Liepaja/Lettland); in dieser Zeit unterschiedliche Projektschwerpunkte (historisch, ökologisch, geografisch, biologisch etc.)
  • 2004-2006: Umweltschule in Europa: BLK-Programm „21“ (Verknüpfung schulischer Bildung mit der Lokalen Agenda 21 vor Ort) in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltbildungszentrum Ammerland
  • 2004: Projekt „Europäische Zentren der Macht“ – Schüler arbeiten im und berichten als Onlinejournalisten aus dem Bundespresseamt und dem Bundeskanzleramt; Zusammentreffen mit Bundeskanzler Schröder im Kanzleramt
  • 2004-2008: Internationales Projekt „European Parliament: Model Krzyzowa Nations“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kreisau (Simulation von Entscheidungsabläufen im europäischen Parlament)
  • 2004-2008: Journalistisch-ökologisches Projekt „Umwelt baut Brücken“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU); Auszeichnung und Empfang durch Bundespräsident Horst Köhler als an der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland“ beteiligte Schule
  • 2009-2010: Zeitzeugenprojekt „The European Niners 2009-2010“ in Zusammenarbeit vier deutschen und vier polnischen Schulen; Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft; Verleihung des Schülerfriedenspreises des Landes Niedersachsen 2010 durch Kultusminister Dr. Bernd Althusmann
  • 2010: Projekt „Zeitreise durchs Jahrhundert“: Europäische Kulturnacht in Westerstede in Zusammenarbeit mit den Partnerschulen aus Lettland, Litauen, Polen und der Slowakei
  • 2011-2012: Projekt „Sounds der Freiheit“: Musik der Siebziger und Achtziger Jahre in Deutschland und Polen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
  • 2004-2012: European Conferences und Projektpräsentationen mit den Partnerschulen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Krzyzowa/Kreisau (u.a. im Zusammenhang mit den Projekten „European Niners“ und „Sounds der Freiheit“ und im Rahmen von regulären Austauschprojekten und -maßnahmen)
  • Teilnahme an Sprachmittler- und Kooperationsprogrammen des Kultusministeriums bzw. des Landes Niedersachsen mit der Partnerregion Castilla y Léon („Spanischlehrer in Niedersachsen“) etc.
  • Regelmäßige Orchesterfahrten ins europäische Ausland

Zahlreiche weitere Aktivitäten sind in dieser Zeit zu verzeichnen gewesen, die das Schulleben der Europaschule vielfältig und erfolgreich geprägt haben und die angesichts ihrer Fülle hier nur angerissen werden können: z.B. Ausbau des Mehrsprachigkeitsprofils der Schule; bilingualer Unterricht; Möglichkeiten zum Erwerb von Sprachzertifikaten, Wander- und Jubiläumsausstellungen in den Partnerländern, Schüler-Stipendiatenprogramme mit Poprad und Breslau, langjährige bilaterale Comeniusprojekte mit Irland, Arbeitsgemeinschaften zum Thema „Europa“, europäische Projekte im Rahmen der Seminarfacharbeit; Schulprojektwoche zum Rahmenthema „Europa“ im Jahr 2014 usw.

Dass unsere Schule auch weiterhin als erfolgreiche Multiplikatorin der europäischen Idee aktiv bleiben und die europäische Idee weiterentwickeln wird, davon zeugen in jüngster Zeit u.a. die herausragenden Aktivitäten der beiden Erasmus-Plus-Projekte „Keep on Shining“ und „Water – a combining element“, an denen zusammen mit unserer Schule weitere vier europäische Schulen aus Spanien, Italien, Griechenland und Finnland beteiligt sind. Auch das Berufsorientierungsmodul „Pathways in Europe“, durch das im Rahmen des Wissenschaftsforums Westerstede sukzessive eine Möglichkeit zur Absolvierung eines „Europäischen Forschungspraktikums“ geschaffen werden soll, verspricht für die nächsten Jahre spannend zu werden. –

„Europaschulen in Niedersachsen vermitteln ihren Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Wissen über Europa und tragen zur Stärkung der gemeinsamen europäischen Grundwerte und zum Verständnis für die europäische Kultur und Vielfalt bei.“ (RdErl. d. MK v. 29.06.2018)

Ja, wir sind dabei! Und das ist gut so!

Erasmus-Plus-Projekt: Zu Besuch im Land der Tomaten

Nabila Elsaïd (9c)
Mittwoch, 24. Juli 2019

Vom 31.03.19 bis zum 06.04.19 ging es für fünf Schülerinnen des Erasmus-Plus-Projekts „Water – a combining element“ nach Vera, eine Gemeinde in der Provinz Almería in der autonomen Region Andalusien in Spanien.

Wie der Name des Projektes schon erahnen lässt, ging es auch auf dieser Reise wieder darum, sich mit dem Thema Wasser auseinanderzusetzen, diesmal zu den Schwerpunkten Wasservorkommen, Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wassernutzung. Diesbezüglich unternahmen wir mit insgesamt 40 Schülerinnen und Schülern aus Finnland, Italien, Griechenland, Deutschland und Spanien Ausflüge zu einem Gewächshaus, zu einer Entsalzungsanlage, in eine Höhle, zur historischen Palast- und Gartenanlage „La Alhambra“ (Foto) und in ein Ökodorf.

Neben dem anspruchsvollen thematischen Besichtigungsprogramm blieb uns allerdings auch etwas Freizeit, um unter anderem die Stadt Vera zu erkunden, wo ein an ein schweres Erdbeben erinnernder Gedächtnisort, die Stierkampfarena und das lokale Fußballstadion „Estadio la Viña“ auf dem Programm standen. Außerdem waren wir im Nachbarort Garrucha am Strand, konnten miteinander Volleyball spielen und uns zu gemeinsamen Filmabenden treffen.

In besonderer Erinnerung wird uns jedoch der Abschiedsabend bleiben, den wir auf der Bowlingbahn und in einem Restaurant mit Karaoke-Einlagen unterschiedlicher Qualität verbrachten. So machten wir uns am Ende der Woche mit vielen Eindrücken, zahlreichen neuen Kontakten und bleibenden Erinnerungen auf die Rückreise nach Hause, wo uns unsere Eltern und zwei Wochen Osterferien erwarteten.

Das Projekt „Europa in Zeiten des Populismus: Brauchen wir eine neue Idee von Europa?“

Michael Timpe
Montag, 15. Juli 2019

In Ihrer vieldiskutierten Streitschrift „Warum Europa eine Republik werden muss!“ stellt die deutsche Politikwissenschaftlerin und Publizistin Ulrike Guérot, Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems, die provokante These auf, dass die „EU-Krise [...] Ausdruck einer nicht vorhandenen europäischen Demokratie, einer fehlenden Vision eines demokratischen Europa“ sei, die „EU […] in Deutschland wie in den Nachbarstaaten heute jeden Fluchtpunkt für ein politisches Projekt, für eine sinnstiftende Erzählung des großen Ganzen verloren“ habe, sodass nicht der Populismus die EU bedrohe, „sondern die EU […] den europäischen Populismus“ produziere: „Wo EU-Politik als alternativlos gilt, provoziert sie Systemgegnerschaft.“ Und: „Ein demokratisches Europa ist […] gar nicht im Angebot, sondern immer nur mehr EU und mehr Integration, also mehr von demselben. […] Im allgemeinen europäischen Kauderwelsch ist keine klare Idee von Europa mehr zu erkennen, weil wir sie nicht mehr in Worte fassen können.“

Grund genug für das Referentenprogramm des Wissenschaftsforums Westerstede, sich im Vorfeld der Europawahlen 2019 mit diesen Thesen auseinanderzusetzen und für den 2. Mai 2019 zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Das Projekt Europa in Zeiten des Populismus: Brauchen wir eine neue Idee von Europa?“ einzuladen, an der die Jahrgänge 10 und 11 und weitere Interessierte der Westersteder Öffentlichkeit in der vollbesetzten Aula teilnahmen. Die Stipendiatengruppe des Wissenschaftsforums bereitete diese Veranstaltung mit Hinblick auf die Themenblöcke „Europäische Idee im Zeitalter des Populismus“, „Jugend in Europa“, „Bildung in Europa“ und „Weiterentwicklung Europas“ inhaltlich vor.

Alexa Korczak (Klasse 11f) und Simon Thyen (Klasse 11e), die beide als Stipendiaten des Wissenschaftsforums in Brüssel bzw. in Berlin ihr Praktikum absolviert hatten, moderierten die spannende Diskussionsveranstaltung, an der neben dem EU-Abgeordneten Tiemo Wölken (SPD), den Bundestagsabgeordneten Stephan Albani (CDU) und Dennis Rohde (SPD), dem Landtagsabgeordneten und europapolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Dragos Pancescu, auch der Kandidat bei der Europawahl und Vorsitzende der FDP Varel, Michael Voss, als Podiumsteilnehmer ihre Sicht auf die Themenblöcke „Jugend in Europa“ sowie „Europäische Bildung“ und „Weiterentwicklung Europas/der europäischen Idee“ vorbrachten; Gustav Wehner von Pulse of Europe Oldenburg vertrat dabei die Position der Zivilgesellschaft.

Eingangs erhielten alle Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Vorstellung vom „europäischen Konzept/der europäischen Idee“ vorzustellen, wobei (ganz im Sinne Guérots) zu Beginn natürlich all die Standardbegrifflichkeiten benannt wurden, die in der öffentlichen Diskussion gemeinhin mit dem Begriff „Europa“ verbunden werden: Freiheit, Grenzenlosigkeit, Grund- und Menschenrechte, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Solidarität, Meinungs- und Pressefreiheit, Abkehr vom Nationalismus usw. Allen gemeinsam war dabei die grundsätzliche Kritik an populistischen Bestrebungen, wobei im Kern allerdings nicht wirklich ausgeschärft wurde, worin die Ursachen des Populismus liegen oder welche Rolle die EU-Politik möglicherweise selbst dabei spielt, diesen zu befördern.

Einig war man sich dann allerdings unbedingt darin, Jugendliche zu ermuntern, sich weiterhin für die europäische Idee zu begeistern. So forderte Tiemo Wölken verstärkte Europäische Investitionen in die Jugend, für ERASMUS und für die Jugendgarantie, um mit einer starken Jugend Europa vor den Nationalisten zu schützen. Auch Stephan Albani und Dennis Rohde hoben gemeinsam die große Bedeutung von EU-Austauschprogrammen für Jugendliche zur Förderung allgemeiner und beruflicher Bildung hervor, da dadurch wichtige Möglichkeiten und Gelegenheiten geschaffen würden, Wissen und Erfahrungen in Einrichtungen und Organisationen verschiedener Länder weiterzuentwickeln und junge Menschen zur Teilhabe am demokratischen Leben in der EU zu motivieren. Gustav Wehner von Pulse of Europe verwies in diesem Zusammenhang auf das durch die Aktivitäten Greta Thunbergs ausgelöste starke Engagement Jugendlicher im Zusammenhang mit der Klimawandeldiskussion („Fridays for Future“) und wünschte sich ein ebensolches Engagement Jugendlicher für die europäische Idee. Aber schon der Verweis der Moderatoren auf die heftigen Diskussionen um den Art. 13 der EU-Urheberrechtsreform und die damit verbundene Frage nach der künftigen Freiheit des Internets machten deutlich, dass einzelne Podiumsteilnehmer augenscheinlich eine tiefere Distanz zwischen den Vertretern des EU-Europa und Teilen der europäischen Jugend erkennen, deren breite Kritik an der EU-Urheberrechtsreform nicht gehört worden sei. Dass dies zu Frustrationen und im schlimmsten Fall dazu führen könne, dass Jugendliche sich nicht mehr in den Strukturen der EU zu engagieren bereit seien, stellte denn auch der EU-Abgeordnete Tiemo Wölken fest, der im Hinblick auf die Höhe der geplanten Militärforschungsausgaben konstatierte: „Wir brauchen ein Parlament, das mehr an die Jugend glaubt anstatt an Waffen.“ Und gleichwohl, dies stellten alle Podiumsteilnehmer übereinstimmend fest, sei es zwingend erforderlich, die Jugend verstärkt in die europäischen Entscheidungsprozesse einzubeziehen, denn nur so könne es gelingen, den wachsenden Gefahren des Nationalismus und Populismus zu begegnen.

So blieb am Ende dieser von allen Beteiligten äußerst engagiert geführten Podiumsdiskussion ein vielleicht etwas zwiespältiger Eindruck zurück: Glaube – Liebe – Hoffnung. Glaube und Hoffnung gegenüber der europäischen Jugend allein wird die Krise der europäischen Demokratie nicht beseitigen helfen. Die Liebe zur europäischen Idee allein sicherlich auch nicht. Was also bleibt, welche Möglichkeiten ergeben sich da für die Schule heute?

Abgesehen von den aktuellen Diskussionen um die Aktivitäten der Fridays-for-Future-Bewegungen ist eine von vielen Möglichkeiten vielleicht die, mit unmittelbar Verantwortlichen (stärker als bisher geschehen) ins Gespräch zu kommen, mit ihnen zu diskutieren, sie zu befragen, sie zu interviewen – vergleichbar den Aktionen, welche die ZEIT mit ihrer Aktion „Deutschland spricht“ auf einer anderen Ebene zu realisieren versucht.

Schulisch gesehen könnte das bedeuten, viel häufiger als bisher geschehen gesellschaftlich relevante und für Jugendliche interessante und sie direkt betreffende Fragen und Entscheidungen im Mikrokosmos Schule unmittelbar(er) erfahrbar zu machen. Eine Möglichkeit hierzu stellen sicherlich z.B. die beiden Podiumsdiskussionsveranstaltungen von Anfang April und Anfang Mai 2019 dar, die von der Europa-AG und vom Wissenschaftsforum Westerstede initiiert wurden. Darüber hinaus wäre es jedoch z.B. auch denkbar, regelmäßig an Planspielen zur „Europapolitik“ teilzunehmen oder regelmäßige Fahrten nach Brüssel und Straßburg als Zentren europäischer Politik durchzuführen oder in der Schule z.B. am European Youth Parliament teilzunehmen, das Strukturen des Europäischen Parlaments nachbildet und konkret erfahrbar macht. Eine weitere Möglichkeit ergibt sich darüber hinaus z.B. im Rahmen des Referentenprogramms des Wissenschaftsforums Westerstede, durch das renommierte Vertreter und/oder Kritiker europäischer Politik nach Westerstede geholt werden können, um ihre Sicht europäischer Entwicklungen zu erläutern und sich dabei einer kritischen Diskussion zu stellen. Eine nächste Gelegenheit hierzu wird sich möglicherweise bereits im kommenden Schuljahr ergeben, falls es gelingt, dass Frau Prof. Dr. Ulrike Guérot als eine der derzeit führenden deutschen Politikwissenschaftlerinnen für Europapolitik und Demokratieforschung zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Wissenschaftsforums Westerstede zu uns in die Schule kommt und mit Schülerinnen und Schülern diskutiert. Wir werden sehen!

Erholsame Ferien!

Norbert Brumloop
Donnerstag, 04. Juli 2019

Nach unserem gelungenen Schuljahresausklang mit dem wunderschönen Sommerfest und den Ehrungen am letzten Schultag wünschen wir nun allen Schülerinnen und Schülern unserer Schule sonnige und erholsame Sommerferien!

Sommerfest 2019

SV
Samstag, 29. Juni 2019




Pathways in Europe: Europäisches Forschungspraktikum

M. Timpe
Montag, 24. Juni 2019

5.-8. Juni 2019: Konferenz der deutsch-polnischen Schulleitungen im LO XIII. Liceum Wrocław und in der Universität Wrocław

Die Berufswahlprozesse heutiger Abiturientinnen und Abiturienten werden aktuell beeinflusst u.a. durch sich verstärkende Globalisierungsprozesse, Auswirkungen von Finanzkrisen, einer zunehmenden Ausdifferenzierung und Spezifizierung der Berufsstrukturen sowie vielfältigen Veränderungen des nationalen, europäischen, globalen Arbeitsmarktes. Folgen dieser Prozesse sind u.a. zunehmend diskontinuierliche Erwerbsbiographien, flexibler werdende Lebensläufe, z.T. massive Veränderungen privater Lebensverhältnisse. Insgesamt kann davon gesprochen werden, dass die Anzahl theoretisch wählbarer beruflicher Optionen für angehende Abiturientinnen und Abiturienten zunehmend unübersichtlicher, Orientierungswissen für eine begründete Studien- und Berufswahl also zunehmend wichtiger wird. Und dies angesichts der Tatsache, dass künftige Absolventinnen und Absolventen des Gymnasiums sich künftig nicht nur für den nationalen, sondern zunehmend auch für den europäischen/internationalen Arbeitsmarkt qualifizieren müssen und sich hier bewerben werden.

Was lag daher näher, als über diese und weitere Aspekte der Zusammenarbeit im Rahmen der deutsch-polnischen Schulleitungskonferenz zu sprechen, die in der Zeit vom 5.-8. Juni 2019 in unserer polnischen Partnerschule, dem XIII. Liceum Wrocław, und in der Fakultät für Umweltwissenschaften in der Universität Wrocław stattfand. In Anwesenheit von Frau Magdalena Lazopoulos vom Schulamt der Stadt Wrocław, Frau Justyna Madejska vom Schulamt des Kuratoriums der Stadt Wrocław, Frau Mateusiak vom Kulturreferat des Deutschen Generalkonsulates in Breslau und Herrn Maciej Gruszczynksi vom Institut für Ökologie und Naturwissenschaften wurde zunächst das Vorhaben und der Ansatz des Wissenschaftsforums Westerstede vorgestellt, wobei insbesondere das Modul „Pathways in Europe“ als Möglichkeit präsentiert und diskutiert wurde, durch grenzüberschreitende sog. Konsortialpartnerschaften im jeweiligen Nachbarland ein „Europäisches Forschungspraktikum“ an wissenschaftlichen sowie kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Instituten und Institutionen durchführen zu können. Wichtig soll dabei das Prinzip der Gegenseitigkeit sein, durch das z.B. besonders interessierten polnischen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnet werden soll, mit Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerks ein Praktikum an einem deutschen Forschungsinstitut durchzuführen; die deutschen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Wissenschaftsforums würden in diesem Fall ihrerseits die Möglichkeit erhalten, an einem polnischen Institut ihr Praktikum durchzuführen.

Wichtige Informationen und wertvolle Anregungen zur schrittweisen Realisierung dieses angestrebten Vorhabens lieferte dabei der Besuch der Fakultät für Umweltwissenschaften der Universität Wrocław (Fachbereich Naturwissenschaften), der uns durch den Direktor des Instituts für Umweltingenieurwesen, Herrn Prof. Dr. Mirosław Wiatkowski, und durch Herrn Prof. Dr. Tomasz Tyminski als stellvertretendem Dekan der Universität ermöglicht wurde. Herr Maciej Grusczynski als Vertreter des Instituts für Ökologie und Naturwissenschaften informierte die deutsch-polnische Delegation über die einzelnen Forschungsbereiche (u.a. Umwelttechnologien und Wassermanagement, Gebrauch von Wasserressourcen, Auswirkungen landwirtschaftlicher Aktivitäten auf Umwelt und Wasserqualität; Wasseranalysen; Wassergebrauch und -verschwendung und der Einfluss auf die Umwelt; Wasserlabor, Hydrobox 2.0 usw.) und brachte sie mit den einzelnen Forschungsleitern der Fakultät ins Gespräch. Besonders aufschlussreich waren die Informationen über das bestehende Kooperationsprojekt zwischen der Universität und unserer polnischen Partnerschule, bei welchem im Rahmen des regulären naturwissenschaftlichen Unterrichts bereits ganze Lerngruppen regelmäßig in naturwissenschaftlichen Forschungslaboren mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Universität zusammenarbeiten. Sowohl die deutsche als auch die polnische Schulleitung betonten gemeinsam mit den verantwortlichen Vertretern der Universität Wrocław ihr großes Interesse an der Realisierung des Angebotsmoduls „Pathways in Europe“ im Rahmen des Wissenschaftsforums Westerstede.

Es wurde vereinbart, im kommenden Schuljahr (voraussichtlich Oktober/November 2019) eine Folgekonferenz in Westerstede abzuhalten, an der auch Vertreter entsprechender Institute der Carl-von-Ossietzky-Universität und möglichst des Projekts „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg“ beteiligt sein sollen. Ziel dieser Folgekonferenz wird es dann sein, die Grundlagen und einen Fahrplan zur konkreten Durchführung des Angebots eines „Europäischen Forschungspraktikums“ zu erstellen. Im nächsten Schritt soll dann in Zusammenarbeit mit der litauischen Partnerschule in Silute und der Universität Kaunas ausgelotet werden, ob ähnliche Kooperationsüberlegungen mittelfristig auch hier realisiert werden können.

Vom Ende des Medienmonopols

M. Timpe
Montag, 17. Juni 2019






Die bisherige Bedeutung traditioneller Medien für die Verbreitung von Informationen und für die Meinungsbildung wird spätestens seit dem Aufstieg des Gratisjournalismus im Internet systematisch zurückgedrängt. Glaubwürdigkeit und Deutungshoheit der klassischen Printmedien als Torwächter zur Wahrheit geraten zunehmend ins Wanken, die mediale Welt, wie es sie bisher gegeben hat, ist im Begriff zu verschwinden. – Ob dies tatsächlich der Fall ist und welche Folgen dies haben könnte, war Thema eines öffentlichen Vortrages, der im Rahmen des Referentenprogramms des Westersteder Wissenschaftsforums am 2. März 2019 stattfand.

„Journalismus in der Krise – zwischen Fake News und Facebook“ war der Titel der Veranstaltung, die in der Mensa der Europaschule Gymnasium Westerstede stattfand. Hans-Ulrich Jörges, ehemaliges Mitglied der Chefredaktion und heutiger Kolumnist des Stern, ging dabei vor allem auf das Spannungsverhältnis von Wahrheit und Lüge ein, wie es sich u.a. auch in den klassischen Printmedien wiederfinden lasse. Engagiert und wortkräftig auftretend, verdeutlichte er den ca. 120 anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörern u.a. am Beispiel der Affäre um den ehemaligen Spiegel-Reporter Claas Relotius in sehr anschaulicher Form, in welcher Weise auch in den Printmedien vermeintliche „Tatsachen“ manipuliert und zum Gegenstand von „Meinungen“ in Form von „Fake News“ werden können, die wiederum sehr verschiedenen Interessen und Leidenschaften entstammen und dazu beitragen, ein bestimmtes Bild von Wirklichkeit zu erzeugen. Weitere Beispiele waren die Affären um die gefälschten Hitler-Tagebücher sowie die Affäre um den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, die nach Auffassung des Referenten als Fake News kein Ruhmesblatt für die Seriosität und Objektivität der Printmedien darstellten.

Doch auch die sogenannten Social Media wie Facebook, Twitter oder Instagram betrachtete Hans-Ulrich Jörges sehr kritisch, indem er sie als „asoziale Medien“ bewertete, die als gewinnorientierte Privatunternehmen ihre Angebote nur deshalb kostenlos zur Verfügung stellten, weil sie im Gegenzug Daten über ihre Nutzer erhielten und zu ihren Gunsten ausnutzen könnten. Allgemein wurde deutlich, dass sich die Rolle der alten Medien rasant verändert, und dass sie im Begriff sind, ihre Monopolstellung in der Informationsverbreitung und Meinungsbildung unwiederbringlich zu verlieren. Angetreten mit dem Anspruch, die Welt erklärbar und handhabbar zu machen, habe das Aufkommen des Internets zu der Erkenntnis geführt, dass es nicht nur die eine Welt und Wahrheit, sondern unzählige davon gebe, so Jörges. Die Nutzung von Social Media und Onlinemedien verändere die klassische Rolle des Lesers, da dieser als Empfänger der Botschaft nunmehr selbst zum Sender werden könne. Zugleich steige mit dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung der Onlinemedien die Gefahr, dass sich infolge algorithmischer Strukturen der Social Media Filtereffekte der Informationsverarbeitung bildeten („Echolotkammern“), welche die Entstehung von Fake News und Verschwörungstheorien enorm begünstigten und damit einen weiteren Verlust an Glaubwürdigkeit und Autorität bewirken würden. Jörges' Blick auf die Zukunft der Printmedien erwies sich insgesamt als ein pessimistischer: „In gut zwanzig Jahren“, so Jörges, „wird es das Printmedium als traditionelles Medium nicht mehr geben!“

Der 1951 geborene Hans-Ulrich Jörges ist einer der bekanntesten deutschen Journalisten. Von 2007 bis 2017 war er Mitglied der Chefredaktion der Illustrierten „Stern“ und Chefredakteur für Sonderaufgaben des Verlags Gruner + Jahr. Jörges war Initiator der Europäischen Charta für Pressefreiheit und zusammen mit Guido Knopp Begründer des Zeitzeugenprojekts „Gedächtnis der Nation“, das seit 2011 besteht. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er seither bekannt durch seine wöchentliche Kolumne „Zwischenruf“, in der er aktuelle politische Ereignisse kommentiert. Daneben ist er bis heute gern gesehener Gast in zahlreichen Talkshows zu politischen Themen.

Austausch Spanien-Deutschland 2018/2019

Greta Paul (8e)
Mittwoch, 12. Juni 2019






Dies ist der Bericht über den zweiten Teil unseres Austausches zwischen Westerstede und Alagón. Alagón ist eine sehr kleine Stadt in der Region Aragonien im Norden Spaniens.

Unsere Austauschwoche fand vom 16.03. bis zum 23.03.19 statt. Am Samstag, dem 16.03.19 kamen wir um 22:00 Uhr in Zaragoza an. Unsere Begrüßung fand in einer großen Halle statt, wo ein sehr großes Buffet auf uns wartete. Lauter spanische Spezialitäten waren für uns vorbereitet worden und das war gut so, weil wir nach unserer 14-stündigen Anreise sehr hungrig waren. Wir waren alle sehr aufgeregt, weil wir nach der Feier in unsere Familien gehen würden. Da wir unsere Austauschpartnerinnen und -partner kannten, war es aber nicht ganz so fremd für uns.

Am Sonntag war ein Familientag. Einige von uns sahen sich eine Schlucht an oder besuchten eine alte Stadt. Wir hatten viel Zeit, um die Familien kennenzulernen, was uns sehr gut gefallen hat.

Ein Ausflug nach Zaragoza stand für den nächsten Tag an. Zaragoza ist die Hauptstadt von Aragonien und mit circa 650.000 Einwohnern eine sehr große Stadt mit einer langen Geschichte. In einer Rallye lernten wir einige Sehenswürdigkeiten kennen. Danach erstiegen wir den Turm "Torre del Pilar" und genossen bei Sonnenschein einen wunderbaren Blick über die Stadt. Anschließend ließen wir uns "Chocolate con Churros" schmecken. Ein weiterer Besichtigungspunkt war der Stadtpalast "Palacio Aljaferia". Ein alter Palast aus der Maurenzeit, der im Laufe der Jahre viele Veränderungen erfahren hat. In der spanischsprachigen Führung konnten wir sehr viele interessante Details darüber erfahren. Am Nachmittag fuhren wir zum Einkaufszentrum "Puerto Venecia", wo wir uns in einem Kletterpark austoben konnten. Das Einkaufszentrum ist eines der größten in Europa und ja es war wirklich sehr groß…

Den Dienstag verbrachten wir in der Schule unserer Austauschpartnerinnen und -partner. Um 8:30 Uhr gab es einen Empfang in der Schule. In der Bibliothek schauten wir uns ein Video über die Schule an, anschließend wurde gemeinsam gefrühstückt. Danach gab es eine Führung durch die Schule. Später konnten wir in zwei Tanzworkshops die Tänze "Sevillianas" und "Jota" kennenlernen und ausprobieren. Eine Rallye durch Alagón beendete den Tag.

Am Mittwoch besuchten wir das "Castillo de Loarre". Das Castillo ist eine sehr alte, eindrucksvolle und gut erhaltene Burg aus dem 11. Jahrhundert mit einem wunderschönen Blick über Teile der Provinz Huesca. Die spanischsprachige Führung konnten wir schon recht gut verstehen. Anschließend besuchten wir das Planetarium in Huesca. Am nächsten Tag nahmen wir für zwei Stunden am Unterricht teil. Anschließend standen noch ein Frisbee- und Lachworkshop an. Bei dem Lachworkshop hatten wir sehr viel Spaß. Danach gab es für uns noch einen Kunstworkshop bei Maite – die Lehrerinnen und Lehrer in Spanien werden mit dem Vornamen angesprochen. Überhaupt sind die spanischen Schulen ganz anders als unsere, was sehr interessant war: Sie sind z.B. von einem Zaun umgeben, einen Zugang auf das Schulgelände gibt es also nur durch einen Haupteingang. Hier wird kontrolliert, wer die Schule zu spät betritt oder wer sie unerlaubt verlässt.

Den letzten Tag verbrachten wir im Nationalpark des "Monasterio de Piedra". Dort gab es unzählige Wasserfälle, die wir auf einer Wanderung sehen konnten.

Am Samstag um 5:00 Uhr morgens verabschiedeten wir uns wieder recht tränenreich von unseren Austauschpartnerinnen und -partnern. Einige von uns wollen sich bereits in den Sommerferien mit ihnen wiedertreffen!

Fazit: Wir hatten sehr viel Spaß! Wir konnten unsere Freundschaften vertiefen! Es gibt viele Unterschiede, aber auch sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen uns.

Das war unser Spanienaustausch!

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Unterrichtszeiten

Stunde

Westerstede

Apen

1./2. Stunde 08:00 - 09:30 08:00 - 09:35
1. große Pause 09:30 - 09:50 09:35 - 09:55
3./4. Stunde 09:50 - 11:20 09:55 - 11:30
2. große Pause 11:20 - 11:45 11:30 - 11:45
5./6. Stunde 11:45 - 13:15 11:45 - 13:20
Mittagspause 13:15 - 14:10 13:20 - 14:00
7./8. Stunde 14:10 - 15:40 14:00 - 15:30

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